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# Privatjets stoßen in zwei Sekunden mehr CO₂ aus, als ein armer Mensch im Jahr
- URL: https://www.surplusmagazin.de/oxfam-bericht-klima-privatjets-co2-armere-halfte/
- Published: 2026-10-27T04:00:00.000Z
- Updated: 2026-10-27T04:00:01.000Z
- Description: 16 Millionen Tonnen CO₂ gingen 2025 laut Oxfam auf das Konto von Privatjets. Doch ebenso schwer wiegen die Investments von Milliardären.
- Author: Surplus News
- Tags: Ungleichheit, Klimakrise, Milliardäre, Vermögen, Vermögensteuer, Reichtum, Überreiche, Kapital, Umverteilung, Klimagerechtigkeit, Klima, Emissionen, Investitionen, Investoren, Kapitalismus, Luxus, Systemkritik

Ein neuer Oxfam-Bericht zeigt: Superreiche verbrauchen mit ihren Privatjets in nur zwei Sekunden mehr CO₂ als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung in einem Jahr. Wie die Hilfs- und Entwicklungsorganisation in dem Bericht »Disaster Divide« mitteilte, waren im vergangenen Jahr Privatjets für weltweit insgesamt 16 Millionen Tonnen CO₂ verantwortlich. Ein Flug verursacht demnach durchschnittlich 3,7 Tonnen CO₂, was fast dem weltweiten Durchschnitt eines Menschen in einem Jahr entspricht. Im Vorfeld der UN‑Klimakonferenz COP31 im November in der Türkei forderte Oxfam daher unter anderem, »Überreiche durch die Besteuerung hoher Vermögen stärker zur Verantwortung zu ziehen«.

Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam, betonte laut Pressemitteilung, dass nur die wenigsten überhaupt Privatjets nutzten oder Milliardenvermögen besäßen. »Diese kleine Minderheit verantwortet mit ihrem Luxuskonsum und ihren Investitionen jedoch unverhältnismäßig viele Emissionen – auf Kosten der Mehrheit.« Dem Bericht nach starteten 2025 an deutschen Flughäfen über 55.000 Privatjets, die insgesamt über 182.000 Tonnen CO₂ ausstießen. Dieser Verbrauch entspreche in nur einer halben Stunde dem, was ein Durchschnittsbürger in Deutschland im gesamten Jahr verbrauche. »Nichts symbolisiert den klimaschädlichen Lebensstil der Reichen eindrücklicher als Flüge mit Privatjets«, so Schmitt.

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## Klimaschädliche Investments

Weiter kritisiert Oxfam in seinem Bericht auch das Investitionsverhalten der Superreichen. Im Bericht analysierte die Organisation die Investitionen von 1000 Milliardärinnen und Milliardären im vergangenen Jahr. Davon seien 71 Prozent in »besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl, Gas oder Chemie« geflossen und hätten insgesamt 486 Millionen Tonnen CO₂‑Äquivalente verursacht. Im Vergleich zu einem Menschen aus der ärmeren Hälfte der Menschheit im gesamten Jahr verursachte ein Milliardär damit im Schnitt in etwas mehr als einer Minute mehr CO₂.

Deutsche Milliardärinnen und Milliardäre versuchen im Schnitt noch viel mehr CO₂ als ihresgleichen im weltweiten Vergleich. Die 49 untersuchten Personen aus Deutschland verursachten mit ihren Investitionsinvestitionen Oxfam zufolge im Durchschnitt 704.881 Tonnen CO₂-Äquivalenten – weit über dem internationalen Durchschnitt von rund 486.000 Tonnen.

## Oxfam fordert, Superreiche in die Pflicht zu nehmen

Oxfam-Referent Schmitt betont angesichts dieser Zahlen, dass neben der »massiven Reduktion von Emissionen« die [Besteuerung](https://www.surplusmagazin.de/thomaspiketty-interview-vermogenssteuer-globaljusticefund-worldsovereignfund-ungleichheit/) als »ein weiteres wirksames Instrument längst auf der Hand« liege. »Hohe Vermögen, Privatjets und Übergewinne, insbesondere fossiler Konzerne, müssen stärker besteuert werden, damit diejenigen, die besonders viel zur Klimakrise beitragen, auch einen besonders hohen Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten.«

Zudem fordert die Organisation in ihrem Bericht, dass wirtschaftlich benachteiligte Länder und ärmere Bevölkerungsschichten bei der Bewältigung der Klimakrise angemessen unterstützt werden. Dafür sei es entscheidend, sich von fossilen Energien abzukehren und besonders klima- und umweltschädliche Sektoren umzubauen.