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# SPD-Comeback?+ Tarifverhandlungen der IG Metall + Sitzungswoche im Bundestag
- URL: https://www.surplusmagazin.de/spd-comeback-tarifverhandlungen-der-ig-metall-sitzungswoche-im-bundestag/
- Published: 2026-10-05T04:30:50.000Z
- Updated: 2026-10-05T07:24:58.000Z
- Description: Die wichtigsten Wirtschaftsfragen der Woche sind: Schafft die SPD ihr Comeback? Wie beginnen die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie? Und worüber berät der Bundestag?
- Author: Lukas Scholle
- Tags: #wochenbrief

Guten Morgen,

während man mit etwas gutem Willen der ehemaligen Partei der Arbeitenden – der SPD – derzeit einen leichten Aufschwung in den Umfragen beobachten kann, gehen Teile der Arbeitenden diese Woche selbst in die Offensive. Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie starten in die erste Runde. Die wichtigsten Wirtschaftsthemen und -termine der Woche sind:

- Die ganze Woche: Comeback der SPD?
- Mittwoch, 07\. Oktober: Beginn der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie
- Ab Mittwoch, 07\. Oktober: Sitzungswoche im Bundestag
- Ab Mittwoch, 07\. Oktober: Frankfurter Buchmesse mit [*Surplus*\-Stand und Event](https://www.surplusmagazin.de/surplus-auf-der-frankfurter-buchmesse-2026-mariana-mazzucato-event-buchvorstellung/)

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Die iranische Friedensnobelpreisträgerin und Aktivistin Narges Mohammadi erzählt erstmals ihre eigene Geschichte. 

Es ist die Geschichte einer furchtlosen Frau und ihres unermüdlichen Einsatzes für politischen Wandel, Gleichberechtigung, Frauenrechte und die Rechte eines ganzen Volkes. [Mehr zum Buch bei btb](https://www.penguin.de/buecher/narges-mohammadi-eine-frau-hoert-niemals-auf-zu-kaempfen/buch/9783442763665?utm%5Fcampaign=CMSa%5FBTB%5FMohammadi%5FEine-Frau-hoert-niemals-auf-zu-kaempfen%5Freichw&utm%5Fsource=steady-NL&utm%5Fmedium=cpc )

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| ![](https://storage.ghost.io/c/bf/86/bf86752e-797e-4633-ac5e-4ef9fb17b73d/content/images/size/w384/format/jpeg/2025/10/profile_4c-isabella-weber.png) | **Isabella Weber**ist Herausgeberin von Surplus, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst und Autorin von »Antifaschistische Wirtschaftspolitik«. |
| ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- | ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- |

Liebe Surplus-Community, 

die Lage ist ernst: Während in Sachsen-Anhalt eine Regierung von Rechtsextremisten droht, haben New York, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gezeigt, dass ein konsequenter Einsatz für Bezahlbarkeit entscheidend ist im Erhalt der Demokratie. In diesem Sinne möchte ich Euch auf mein neues Buch [*Antifaschistische Wirtschaftspolitik*](https://www.suhrkamp.de/buch/isabella-m-weber-antifaschistische-wirtschaftspolitik-t-9783518047460) hinweisen.

Heute Abend findet die Releaseveranstaltung mit [Livestream](https://www.rosalux.de/mediathek/media/element/2854?cHash=a3caea7aec211a6f01ff3ffc829e800c) im Gespräch mit Andreas Audretsch, Tim Klüssendorf und Ines Schwerdtner statt. In der kommenden *Surplus*\-Ausgabe gibt es einen Auszug aus dem Buch. Es geht darum, eine Wirtschaftspolitik zu formulieren, die zur Verteidigung der Würde aller antritt. Dazu braucht es mehr als ein Buch und mehr als eine Person. Ich hoffe, ihr teilt dieses Ziel und freue mich auf Eure Ideen. 

Herzlich  
  
*Isabella Weber*

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## Die ganze Woche: Schafft die SPD ein Comeback?

Ob die SPD wieder dazugewinnen kann, stellt sich in der kommenden Woche mit Blick auf aktuelle Umfrageergebnisse. Denn es gibt einen leichten Aufwärtstrend bei der SPD im Schnitt aller Umfragen. Um einen Prozentpunkt stiegen die Werte der Sozialdemokraten binnen zwei Wochen. Das ist kein allzu großer Anstieg, aber man muss die gesamte Lage berücksichtigen. Vor wenigen Wochen lag die SPD erstmalig gleichauf mit der Linken. Gleichzeitig liegt die grüne Partei seit Monaten vor der SPD. Und zugleich befindet sich die SPD in der Regierung. Das sind insgesamt keine allzu leichten Umstände, um etwas Vertrauen zurückzugewinnen. 

![](https://storage.ghost.io/c/bf/86/bf86752e-797e-4633-ac5e-4ef9fb17b73d/content/images/2026/10/umfragewerte-im-schnitt-aller-umfragen--1-.png)

Infografik mit Umfrageergebnissen.

Das zeigt erneut, dass ein Kurs der SPD, der sich gegen ein Durchregieren von Merz stellt, auszahlt. So hat sich in den vergangenen Monaten [Manuela Schwesig](https://www.surplusmagazin.de/manuela-schwesig-erfolg-wahlen-mecklenburg-vorpommern-spd-afd/) regelmäßig gegen die Regierungspläne gestellt und in den letzten Wochen auch verstärkt Lars Klingbeil. Die große Frage ist nun: Wie geht es weiter mit den Sozialreformen? Werden sie den Menschen weiter zusetzen oder wird es auch spürbare Entlastungen geben? Selten dürfte das Regierungshandeln einen solchen Einfluss wie jetzt auf die Entwicklung der SPD haben. 

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## Mittwoch, 07\. Oktober: Beginn der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie

Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie könnten in kaum einer schwierigeren Lage starten: Die Industrie- und Wirtschaftslage ist weiter schlecht – wenn auch etwas weniger schlecht als gedacht –, während Politik und Arbeitgeber in die Offensive gegen die Arbeitenden gehen. Die Regierung plant etliche Sozialreformen und die Arbeitgeber etwa kündigten bei [VW erstmalig den Haustarifvertrag](https://www.surplusmagazin.de/vw-tarifvertrage-gekundigt-igmetall-volkswagen-dividenden/).   
  
Nun fordert die IG Metall für rund 3,7 Millionen Beschäftigte 5 Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von 12 Monaten. Das wäre deutlich oberhalb der Inflationsrate von prognostizierten 3 Prozent für 2027\. Wohlgemerkt ist das der Verhandlungseinstieg der IG Metall und nicht das Ergebnis. Diese Ergebnisse bilden auch den Rahmen für den Haustarif bei VW. Oben drauf fordert die IG Metall eine Beschäftigungssicherung in kriselnden Betrieben sowie eine Gewinnbeteiligung der Beschäftigten in boomenden Betrieben. Damit probiert die IG Metall, die unterschiedlichen Lagen in den unterschiedlichen Industrien zu verbinden – ob nun Boom oder Bust. Gerade bei der Gewinnbeteiligung dürfte sich die konkrete Ausgestaltung als äußerst spannend erweisen. 

> »Wo sie kürzen wollten, haben wir sie gezwungen, zu investieren.« 

Shawn Fain, Präsident der United Auto Workers 2023

Um die Tragweite der Konflikte zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die USA und auf den historischen Sieg der United Auto Workers im Jahr 2023\. Statt angekündigter Werksschließungen bei den sogenannten »Big Three« – Ford, Stellantis und General Motors – setzten sie nach sechseinhalb Wochen Streik Lohnerhöhungen von im Schnitt 33 Prozent für die folgenden vier Jahre durch. Darin enthalten ist ein »cost-of-living-adjustments (COLA)«, das beinhaltete, dass die Löhne automatisch an die Inflation angepasst werden. Vielleicht noch wichtiger aber war, dass die Beschäftigten im Arbeitskampf ihr Recht durchsetzen, kollektiv gegen die Schließung einzelner Werke vorzugehen. Damit konnten sie zunächst auch die Wiedereröffnung eines geschlossenen Stellantis-Werks erzwingen, in dem künftig Elektrofahrzeuge vom Band rollen sollten. Diese wurde seitdem zwar wiederholt verschoben, dennoch haben die Beschäftigten 2023 gezeigt, dass sie die Transformation ihrer Branche nicht erleiden müssen. Sie gestalten sie auch nicht nur mit – sie treiben sie aktiv voran. Weder Globalisierung noch Dekarbonisierung müssen notwendigerweise mit Arbeitsplatzverlusten oder herben Lohneinschnitten einhergehen. Ob auch Deutschlands Beschäftigte in der Elektro- und Metallindustrie dafür bereit sind, werden die kommende Woche und vor allem die kommenden Monate zeigen. 

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## Ab Mittwoch, 07\. Oktober: Sitzungswoche im Bundestag

- Donnerstag, 08\. Oktober: [Einkommenssteuerreform](https://dserver.bundestag.de/btd/21/082/2108235.pdf)
- Donnerstag, 08\. Oktober: Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland 2026
- Donnerstag, 08\. Oktober: [Antrag](https://dserver.bundestag.de/btd/21/081/2108188.pdf) der Linken, um die Reprivatisierung von Uniper zu verhindern
- Donnerstag, 08\. Oktober: [Gesetzesentwurf](https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107195.pdf) der Bundesregierung zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und -vermeidung durch internationale Kryptowährungen
- Donnerstag, 08\. Oktober: [Novelle](https://dserver.bundestag.de/btd/21/082/2108238.pdf) des Windenergie-auf-See-Gesetzes
- Donnerstag, 08\. Oktober: [Novelle](https://dserver.bundestag.de/btd/21/082/2108236.pdf) des Energiewirtschaftsgesetzes
- Donnerstag, 08\. Oktober: [Gesetzesentwurf](https://dserver.bundestag.de/btd/21/082/2108284.pdf) der Bundesregierung zum Wohngeld
- Freitag, 09\. Oktober: mehrere Anträge zur Rentenpolitik der Linken

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Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:

- Montag, 05\. Oktober: HCOB EMI Gesamtindex, EEG im Wirtschaftsausschuss
- Dienstag, 06\. Oktober: konstituierende Landtagssitzung in Sachsen-Anhalt, Werksaufträge
- Mittwoch, 07\. Oktober: Porsche AG – Kapitalmarkttag, Zahlen zur Industrieproduktion
- Donnerstag, 08\. Oktober: Handelsbilanz, Zahlen zur Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamts
- Freitag, 09\. Oktober: Zahlen zu Baupreisen für Wohngebäude des Statistischen Bundesamts

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[![](https://storage.ghost.io/c/bf/86/bf86752e-797e-4633-ac5e-4ef9fb17b73d/content/images/2026/10/Chances--29-.png)](https://polymarket.com/de/event/spain-snap-election-called-in-2026/spain-snap-election-called-in-2026)

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Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 

*Lukas Scholle*