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Das Wirtschaftsmagazin

1 % Inflation in einem Monat? + + Gemeinschaftsdiagnose + neue Arbeitslosenzahlen

Die spannendsten Wirtschaftsfragen der Woche sind: Wie hoch ist die Inflation im März gewesen? Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt? Und wie lauten die neuen Wachstumsprognosen?

4 Minuten Lesedauer

Credit: IMAGO/Bernd Elmenthaler

Guten Morgen,

wir befinden uns mitten im Preisschock. Der Ölpreis verharrt auf hohem Niveau. Die ersten halbherzigen Maßnahmen sind beschlossen und genauso zeigen sich neben den ersten Folgen die mittelfristigen Auswirkungen. In diesen Wochen entscheidet sich die wirtschaftliche Perspektive mindestens der nächsten Monate.

Die wirtschaftlich wichtigsten Termine der Woche sind:

  • Montag, 30.03.: Inflationsrate für März
  • Dienstag, 31.03.: Arbeitsmarktzahlen
  • Mittwoch, 01.04.: Gemeinschaftsdiagnose führender Wirtschaftsinstitute

Montag, 30. März: Neue Inflationszahlen – der größte Preisschock seit 26 Monaten?

Heute gibt es die ersten Zahlen zum Preisschock in Deutschland: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die (vorläufigen) Inflationszahlen. Die Prognose liegt bei 0,9 Prozent Preisanstieg im Vergleich zum Vormat. So hoch lag sie das letzte Mal im Januar 2023, als die Energiepreisbremsen eingeführt wurden. Jetzt stehen wir ohne Energiepreisbremsen und mit halbherzigen Entlastungen da.

Zum Vergleich: Die Höchstwerte der monatlichen Preisteigerungen in den vergangenen Jahren lagen im September 2022 bei 1,8 Prozent und im März 2022 bei 2 Prozent. Der Preisschock in einzelnen Monaten ist aber nur das eine. Wichtiger ist aber, wie daraufhin die Folgemonate aussehen und inwieweit sich die höheren Kosten ausbreiten. So ist es zum Beispiel sehr wahrscheinlich, dass durch teurere Öl-, Gas- und Düngemittelpreise auch die Lebensmittelpreise in Deutschland wieder überdurchschnittlich steigen werden. 

Insofern stellen sich neun von zehn Menschen auf steigende Preise ein, wie eine neue Umfrage von YouGov zeigt. Ein Drittel der Menschen rechnet sogar mit stark steigenden Preisen. Jeder achte Mensch gab an, die laufenden Kosten für den Alltag kaum noch aufbringen zu können. 


Dienstag, 31. März: Neue Arbeitsmarktzahlen

Am Dienstag werden neue Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. Die Erholung dürfte allerdings ausbleiben. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verzeichnete zuletzt Anfang März den vierten Rückgang in Folge. Der Index setzt sich aus den Umfrageergebnissen zusammen, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung monatlich bei den Arbeitsagenturen erhebt, und gilt als Frühindikator der Beschäftigungslage. 

Ein Wert von 90 deutet dabei auf einen sehr schlechten, 110 auf einen sehr guten Ausblick hin. Während Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil angesichts der Herausforderungen wirtschaftlicher Modernisierung noch an den Arbeitsethos der Beschäftigten appelliert und fordert, mehr zu arbeiten, haben Wissenschaftler in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie bereits Anfang des Jahres festgestellt: Nicht die Beschäftigten sind es, die die Modernisierung in Unternehmen blockieren. Vielmehr seien die Vorgaben des Managements häufig inkonsistent und widersprüchlich, in der Regel mangele es an einer konkreten Strategie. 


Mittwoch, 01. April: Konjunkturprognose führender Wirtschaftsinstitute

Am Mittwoch legen die führenden Wirtschaftsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose eine neue Einschätzung der Lage und Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung vor. Schon in den vergangenen Wochen haben etliche Institute ihre Prognose zurückgeschraubt. Sie liegen zwischen 0,5 und 1 Prozent Wachstum für 2026, die Inflationsraten bei 0,5 bis 3,6 Prozent. 

Quellen: IW, IMK, OECD, HRI, Ifo, DIW

All diese Zahlen sind selbstverständlich mit absoluter Vorsicht zu genießen, da sich die Lage schnell verändern kann – positiv wie negativ. Umso wichtiger ist es, was Surplus-Herausgeberin Isabella Weber mit Gregor Semieniuk zum Energiepreisschock betont:

»Vorbereitung war die Lehre aus der letzten Krise. Doch die Regierungen haben es versäumt, zu handeln. Nun stehen sie mit dem Rücken zur Wand und müssen so schnell wie möglich mit allen verfügbaren Mitteln eingreifen, um die Schocks kurzfristig einzudämmen, anstatt sie durch unsere Volkswirtschaften fegen und unsere Gesellschaften zerreißen zu lassen.«
Der weltweite Energieschock kommt
Die bevorstehenden wirtschaftlichen Folgen eines Krieges gegen den Iran sind enorm. Multilaterale Koordination ist heute wichtiger denn je.

Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:

  • Montag, 30.03.: Deutsch-Syrischer Wirtschafts-Roundtable, Geschäftsklimaindex Eurozone
  • Dienstag, 31.03.: Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen der Bundesländer, Jahres-Pressegespräch Fachvereinigung Edelmetalle, Veröffentlichung  der Schnellschätzung der Inflation im Euroraum März 2026 (Eurostat), Einzelhandelsumsätze und Importpreisindex, Arbeitslosenquote Deutschland, Verbraucherpreisindex Eurozone, Durchschnittspreise für Strom und Erdgas für zweites Halbjahr 2025
  • Mittwoch, 01.04.: Jahreszahlen Amprion, Arbeitslosenquote Eurozone


Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 
Lukas Scholle

Lukas Scholle

Lukas Scholle ist Ökonom, Gründer und Chefredakteur von Surplus.

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