Explodierende Lebensmittel- und Energiepreise, Sozialkürzungen, Rekordausgaben für Rüstung und eskalierende Handelskonflikte prägen die wirtschaftspolitische Realität unserer Zeit. Weltweit gewinnen autoritäre und nationalistische Projekte an Einfluss, während die Konkurrenz um Märkte, Technologien und strategische Rohstoffe zunimmt. In Berlin, Brüssel und Washington werden neue Abkommen zur Sicherung von Lieferketten geschlossen, milliardenschwere Industrieprogramme aufgelegt und historische Aufrüstungspakete beschlossen. Die Maßnahmen folgen einer gemeinsamen Logik: Anstatt die Ursachen von Krieg, Armut und der Zerstörung ökologischer Lebensgrundlagen infrage zu stellen, soll dieselbe Wirtschaftsordnung durch noch mehr Ressourcensicherung, Extraktion und geopolitische Macht abgesichert werden.
Zur gleichen Zeit werden knapp 5000 Kilometer südlich von Brüssel die Kehrseiten genau dieser Politik diskutiert. Beim diesjährigen Weltsozialforum in Cotonou, Benin, treffen sich tausende Vertreterinnen und Vertreter sozialökologischer Bewegungen, Gewerkschaften sowie indigener, bäuerlicher und feministischer Organisationen aus aller Welt. Vom 4. bis zum 8. August finden in Cotonou über dreihundert Veranstaltungen und Proteste statt. Die Teilnehmenden des Forums kritisieren nicht nur Extraktivismus, neokoloniale Abhängigkeiten und globale Machtkämpfe, sondern diskutieren auch, wie Wirtschaftsordnungen jenseits dieser Verhältnisse organisiert werden können.
Von Porto Alegre nach Cotonou: Das Weltsozialforum
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