Eine Flamme, so hoch wie ein Wolkenkratzer. Über ihr eine schwarze Rauchwolke, aus der plötzlich ein großer runder Metalldeckel hoch in die Luft katapultiert wird. Diese dramatischen Handyaufnahmen, die in den Nachrichten zu sehen waren, zeigten, wie ein Treibstofftank der Moskauer Ölraffinerie beim bislang massivsten ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Hauptstadt am 18. Juni explodierte.
Es war die zweite Attacke auf die Raffinerie in dieser Woche. Zuvor und danach hatte es Angriffswellen auf Industrieanlagen in Tatarstan gegeben. Am 4. Juli folgten Angriffe auf das Ölterminal im Sankt Petersburger Hafen, am 6. Juli auf die größte russische Raffinerie im sibirischen Omsk – mehr als 2000 Kilometer von der Front entfernt. Die Liste der in den vergangenen Wochen beschädigten Anlagen der Energie- und Treibstoffinfrastruktur Russlands ist lang. Schon früher hatte es solche Angriffe gegeben, doch ab März nahmen sie rapide zu, bis sie im Juni einen neuen Höhepunkt erreichten.