Fliegen macht einen Anteil von circa . 4 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen aus – etwa durch Kerosinverbrennung und Kondensstreifen. Das erscheint zunächst einmal relativ gering. Dennoch ist es aus zwei Gründen wichtig, diesen Sektor ins Auge zu fassen.
Erstens, ist es nicht möglich, das Fliegen zu dekarbonisieren. Es gibt zwar immer wieder Hoffnungen und Versprechen auf alternative Treibstoffe wie Wasserstoff. Zu ihrer Erzeugung bedarf es aber Unmengen an erneuerbarem Strom, den wir dringend für andere Dinge wie lokale Mobilität, Wärme et cetera benötigen.
Zweitens fliegt nur ein sehr kleiner Teil der Menschheit. Nur etwa 11 Prozent fliegen überhaupt und nur 4 Prozent fliegen international. Weniger als 1 Prozent der Bevölkerung ist für mehr als die Hälfte der Emissionen aus dem Fliegen verantwortlich. Global gesehen ist daher klar: Eine Einschränkung des Fliegens wäre ein klarer Beitrag zur Klimagerechtigkeit.
Auch in Deutschland würde eine Regulierung des Fliegens zu Klimagerechtigkeit beitragen. Hier fliegt zwar mit etwa der Hälfte ein bedeutend größerer Anteil der Bevölkerung regelmäßig. Aber dieser Anteil nutzt den Flug größtenteils für den jährlichen Urlaub. Angesichts einer Klimakrise, die die Zivilisation der Menschheit bedroht, ist eine andere Art des Urlaubs wohl eindeutig hinnehmbar. Auch könnten die Einnahmen aus einer Besteuerung des Fliegens für den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs genutzt werden, sodass ein Großteil der Bevölkerung davon profitieren würde. Beispielsweise könnten häufig verkehrende, günstige Nacht- und Schnellzüge durch ganz Europa eine Alternative zum Billigflug in den Urlaub sein.
Über das Wie – hohe Besteuerung, Quoten, Verbot von Inlandsflügen und so weiter – lässt sich sicher noch viel streiten. Das Ob – eine radikale Verringerung der Flüge – ist jedoch definitiv ein großer Hebel für Klimagerechtigkeit.