In einer Rangliste der angsteinflößendsten Begriffe würde »Inflation« heutzutage recht weit oben stehen. Die Debatten über Inflation reichen von düsteren Horrorgeschichten aus der Weimarer Republik bis hin zu Alltagssorgen angesichts der Lebensmittelpreise und Lebenshaltungskosten. Inflation ist für viele Menschen gleichbedeutend mit »Unsicherheit«. Man weiß nie genau, woran man ist: Die Preise steigen. Aber um wie viel? Wo und wann? Und für wen? Steigen auch die Preise für Arbeit, sprich: Gehälter und Löhne?
Selbst Ökonomen sind sich uneins. Milton Friedman, sozusagen der Godfather des Monetarismus, vertrat einst die Ansicht, dass Inflation immer und überall ein monetäres Phänomen sei. Aber wenn die Geldmenge größer wird und alle Preise symmetrisch mitsteigen, hat das dann reale Auswirkungen? Wenn Ökonomen Zeitreihen von der Inflation bereinigen wollen, sprechen sie oft von nominalem und realem Wert – als wäre die Inflation nicht real. Andererseits betonen sie, Preisstabilität sei eine Tugend. Also spielt etwas, das eigentlich nicht »real« ist, doch eine wichtige Rolle?