Der ehemalige Schwergewichtsboxer Mike Tyson sagte einmal den berühmten Satz: »Jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt.« Das Gleiche könnte man über potenzielle britische Premierminister sagen, insbesondere nach Liz Truss’ spektakulärem Sturz nach nur 49 Tagen im Jahr 2022. Sie alle haben einen Plan, bis der Markt für Staatsanleihen sie trifft.
Andy Burnham, Nigel Farage und mein Freund Zack Polanski werden sich dem stellen müssen, sollten sie jemals in die Downing Street 10 einziehen. Ich glaube, sie wissen das. Aber ich bezweifle, dass sie das wahre Ausmaß oder die Natur ihrer misslichen Lage richtig einschätzen.
Ein eigentümlicher Anleihemarkt
Nach gängiger Meinung besteht der Anleihemarkt aus Menschen, die ihre Ersparnisse in Staatsanleihen investieren wollen. Sie suchen nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen einem höheren Zinssatz und dem damit verbundenen erhöhten Risiko. Beispielsweise können höhere Anleiherenditen signalisieren, dass der Markt erwartet, dass die zukünftige Inflation den Wert der festen Zinszahlungen, die ihre Anleihen einbringen, mindert. Schlimmer noch: Höhere Renditen können ein Risiko eines Staatsbankrotts andeuten, wie es in Argentinien und Griechenland geschehen ist.
Das ist mehr oder weniger das, was Studenten im ersten Jahr ihres Wirtschafts- und Finanzstudiums lernen. Und es ist alles wahr. Doch diese Darstellung lässt den faszinierendsten und beunruhigendsten Aspekt des britischen Staatsanleihemarktes (Gilt-Markt) außer Acht: Die Fähigkeit der britischen Regierung, ihre Staatsschulden in Höhe von fast 3 Billionen Pfund (4 Billionen Dollar) zu refinanzieren, hängt nicht davon ab, dass Sparer sich für eine Investition in Staatsanleihen entscheiden.