Es ist ein lauer Sommerabend Ende Juli. Martin Paech steht auf einem steinigen Feldweg. Er ist umgeben von Wiesen und Ackerland, am Ende des Weges liegt ein kleiner Wald. Keine zwei Kilometer entfernt ragt der Turm eines alten Schlosses in den Himmel. Dort beginnt Freyenstein, ein Ortsteil von Wittstock/Dosse im Norden Brandenburgs. Paech lebt dort. »Fast auf der ganzen Fläche vom Wald bis kurz vorm Ortseingang soll bald ein gigantisches Rechenzentrum entstehen«, sagt er und zeigt in Richtung des Ortes.
Es soll auf einer Fläche von 144 Hektar gebaut werden – das entspricht etwa 200 Fußballfeldern. Geplant ist eine Rechenkapazität von mindestens 700 Megawatt (MW). Damit wäre es das größte Rechenzentrum Deutschlands und würde außerdem zu einem der größten Rechenzentren Europas gehören. Die gesamte Rechenleistung aller laufenden Rechenzentren in Deutschland liegt aktuell bei 2,6 Gigawatt. Geplant wird das Großprojekt von den Firmen NOYA Generalplanung und Projektmanagement GmbH und Serban DC, beide mit Sitz in Frankfurt am Main.