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Das Wirtschaftsmagazin

Kriegsprofiteure zur Kasse!

Mit dem Anstieg der Spritpreise schießen auch die Gewinne der Ölkonzerne in die Höhe. Ein erheblicher Teil dieser Profite fließt in Steueroasen.

4 Minuten Lesedauer
Gabriel Zucman im Vordergrund, im Hintergrund ein Öltanker. Collage: Surplus, Material: IMAGO/Anadolu Agency
Collage: Surplus, Material: IMAGO/Anadolu Agency

In den 1970er Jahren war eines für politische Entscheidungsträger und für die Öffentlichkeit selbstverständlich: Die durch die Ölpreisschocks von 1973 und 1979 erzielten Übergewinne sollten weitgehend zum Wohle der Allgemeinheit abgeschöpft werden.

Einige Förderländer – allen voran Saudi-Arabien und Venezuela – verstaatlichten ihre Ölindustrien (im ersten Fall zwischen 1973 und 1980, im zweiten 1976). Andere entschieden sich stattdessen für extrem hohe Steuern, die einer regelrechten Enteignung nahekamen.

Die Vereinigten Staaten führten 1980 eine Übergewinnsteuer in Höhe von 70 Prozent ein, zusätzlich zur regulären Körperschaftssteuer von 46 Prozent. Damit belief sich die Gesamtsteuerbelastung auf fast 85 Prozent. Das Vereinigte Königreich verfolgte ab 1975 einen ähnlichen Ansatz.

Ebenso hatten Regierungen schon zuvor beim Thema Kriegsgewinne gehandelt. 1942 besteuerten die USA Übergewinne mit 95 Prozent. Das Prinzip war klar: Profite, die durch Krieg, geopolitische Umwälzungen oder Rohstoffschocks entstehen, sollten nicht privatwirtschaftlichen Interessen zugutekommen.

So gingen die enormen Vermögenszuwächse, die durch den Anstieg der Ölpreise entstanden, weitgehend an den großen Energiekonzernen und ihren Aktionären vorbei. Diese waren not amused und schworen sich, so etwas werde nie wieder geschehen.

Ölkonzerne und Globalisierung

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Gabriel Zucman

Gabriel Zucman ist Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlicher Professor für Public Policy und Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley.

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