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Das Wirtschaftsmagazin

Leveraged Buyouts: Bereicherung für Wenige, Risiko für alle

Bei einem Leveraged Buyout zahlt nicht der Käufer die Schulden – sondern das gekaufte Unternehmen. Ein Finanzkniff mit weitreichenden Folgen.

8 Minuten Lesedauer
Im Vordergrund zwei Türme mit den Logos von Warner Bros und Paramount und im Hintergrund Dollarscheine. Collage: Surplus, Material: IMAGO/Dreamstime/NurPhoto
Paramount will Warner Bros kaufen – was steckt dahinter? Collage: Surplus, Material: IMAGO/Dreamstime/NurPhoto

Gamestop will eBay kaufen, für 56 Milliarden US-Dollar. Auch wenn eBay den Kauf letztendlich abgelehnt hat: Man muss sich nicht besonders mit Aktienkursen auskennen, um angesichts dieser Nachricht kurz ins Grübeln zu kommen. Das mit rund 9,9 Milliarden US-Dollar bewertete Gamestop soll die Mittel gehabt haben, das mit rund 48 Milliarden US-Dollar bewertete eBay zu schlucken?

Nun, tatsächlich hätte Gamestop gar keine 56 Milliarden US-Dollar Cash benötigt, um eBay zu kaufen. Auf dem Finanzmarkt lockert sich das Recht des Stärkeren, ermöglicht durch ein Finanzinstrument namens »Leveraged Buyout« (LBO). Hätte eBay den Kauf nicht abgelehnt – das Angebot sei dem Vorstandsvorsitzenden zufolge »weder glaubwürdig noch attraktiv« gewesen –, wäre das einer der größten LBOs aller Zeiten gewesen. Der potenziell größte LBO aller Zeiten jedoch hat in den vergangenen Monaten für noch größeres Medienaufsehen gesorgt: Paramount will den Medienkonzern Warner Bros für 110 Milliarden US-Dollar kaufen. Nochmal: Paramount – rund 10 Milliarden US-Dollar wert – will Warner Bros – rund 68 Milliarden US-Dollar wert – kaufen.

Auch wenn der Deal noch durch die Regulierungsbehörden in den USA verhindert werden könnte, erfordern seine Größenordnung sowie die Akteure dahinter einen genaueren Blick auf LBOs. Denn was nach Demokratisierung auf dem Finanzmarkt klingt, gefährdet nicht nur Arbeitsplätze und die Finanzmarktstabilität, sondern trägt zur Finanzialisierung und damit Verteuerung aller Wirtschaftsbereiche bei.

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