Es ist ein eiskalter Wintertag, als Zohran Mamdani am ersten Januar 2026 sein Amt als Bürgermeister von New York antritt. Trotz der Kälte sind tausende Menschen gekommen. Während der feierlichen Zeremonie tritt unter anderem Lucy Dacus auf, amerikanische Sängerin und Mitglied der Band Boygenius. Auf den Stufen von New York City Hall singt sie »Bread and Roses«, ein Lied aus dem Jahr 1912. Darin heißt es: »Sie hatten für die Schönheit, Liebe, Kunst, – erschöpft – nie Ruh. Drum kämpfen wir ums Brot und wollen die Rosen dazu.« Der Song basiert auf einem politischen Slogan und einem gleichnamigen Gedicht, er erinnert an die Streiks von Textilarbeiterinnen in Massachusetts.
Heute ist »Bread and Roses« ein zentraler Slogan feministischer und sozialistischer Bewegungen weltweit. Brot steht für faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und die nötigen Voraussetzungen fürs Überleben. Rosen stehen für ein Leben in Würde. Arbeiterinnen und Arbeiter fordern unter diesem Slogan mehr als nur das Nötigste, sie fordern die Bedingungen für ein gutes Leben: Zeit für Gemeinschaft, Kultur und Erholung.
Wie viel »Bread and Roses« steckt in Mamdanis Politik?
Mitte August organisierte Mamdani eine »Parents' Night Out«, also eine Art kollektiven Date-Abend für New Yorker Eltern. Dafür stellte die Stadt 500 Familien kostenlose Kinderbetreuung bereit. Wer sich registrierte, konnte seine Kinder für einen Abend bei einem der teilnehmenden Nachbarschaftszentren abgeben. Dort wurden die Kinder nach Altersgruppe und nach Aktivität in verschiedene Gruppen aufgeteilt, Sozialarbeiter der Stadt betreuten sie. Manche Kinder spielten Basketball, andere bastelten Freundschaftsarmbänder oder lasen Bücher. Alle Kinder bekamen außerdem ein kostenloses Abendessen. Die Stadt bot die kostenlose Kinderbetreuung in jedem der fünf New Yorker Bezirke an.
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