»Du hast eine Minute!«, sagt ein Mann in Casual Business Wear. In einer imposanten Gründerzeitvilla südlich vom Dresdner Hauptbahnhof treffen sich rund 30 junge Menschen, um ihre Businessideen zu pitchen. Es ist ein Spätsommertag in der Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. In der Villa herrscht Start-up-Optimismus, während in Deutschland Untergangsstimmung herrscht. Es wird ganz selbstverständlich Englisch gesprochen. Angehende Gründer und Gründerinnen aus über 20 Nationen kommen hier zusammen. Ein Student im weißen Poloshirt und blonder Gelfrisur präsentiert eine App, die Bewegungsabläufe mittels Sensoren beim Sport optimieren soll. Es werden noch Investoren für mehrere Tausend Euro gesucht. Er, wie alle anderen hier, durchläuft das Programm YETI: Young Entrepreneurs in Tech and Innovation. Drei Semester haben sie, um aus ihren Ideen funktionierende Geschäftsmodelle zu machen. Jemand fragt, wie viel Zeit man dafür mitbringen solle – er müsse daneben noch seine Abschlussarbeit und den Nebenjob unterbringen. Die Antwort: »Just keep pushing!«
Das Wirtschaftsmagazin