Guten Morgen,
während die Merz-Regierung mitten in den Osterferien ist, befinden wir uns mitten im Preisschock. Jede Woche zählt jetzt ökonomisch. Und jeden Tag kann sich die Lage weiter verschärfen. So auch diese Woche.
Die wirtschaftlich wichtigsten Termine der Woche sind:
- Dienstag, 07.04: Trumps Krieg gegen die Inflation
- Donnerstag, 09.04.: Deutschlands Exporte
- Freitag, 10.04.: Verbraucherpreisindex
- Dienstag, 07.04: Trumps Krieg gegen die Inflation
Heute droht eine weitere Eskalation im Iran-Krieg: Trump drohte am Wochenende mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte der Iran die Straße von Hormuz nicht wieder öffnen. Kriegsziel scheint damit nicht mehr der Sturz der iranischen Regierung, sondern die Öffnung der Straße von Hormus zu sein. Trump spürt die Folgen des Kriegs, die immer mehr auch US-amerikanische Bürger und Unternehmen belasten. Aus dem Krieg gegen den Iran wurde nun scheinbar ein Krieg gegen die Inflation. Auch Gespräche über einen Waffenstillstand fanden in den vergangenen Tagen keine Einigung (Stand: Montag, 21 Uhr). Über das Öl im Iran sagte Trump:
„Was ich tun würde? Das Öl sichern, denn es ist da, man kann es sich nehmen. Sie können nichts dagegen tun“
Damit reichen die möglichen Szenarien von einem Waffenstillstand über die Fortsetzung des Krieges auf aktuellem Niveau bis zu einer »Auslöschung« des Irans. Insbesondere die Fortsetzung dürfte aus Trumps Perspektive auf die Straße von Hormus wohl das größte Übel sein. Umso wahrscheinlicher werden die anderen Szenarien – deren politischen und ökonomischen Folgen allerdings kaum absehbar sind.
Donnerstag, 09.04.: Deutschlands Exporte
Am Donnerstag erscheinen neue Zahlen vom Statistischen Bundesamt zur Handelsbilanz, den Importen und Exporten sowie zur Industrieproduktion. Die Vorzeichen sind schlecht:
»Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit unter den Exporteuren merklich erhöht«, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen anlässlich der Ende März veröffentlichten Exporterwartungen, die das ifo-Institut durch Umfragen bei Unternehmen erhebt. Bereits 90 Prozent der Unternehmen berichten, dass der Krieg im Iran sich negativ auf ihre Absätze auswirke, so das ifo-Institut. Insbesondere befürchteten sie Steigerungen bei Fracht- und Logistikkosten, Versicherungsprämien sowie Zahlungsrisiken.

All diese Preise dürften in China nicht in diesem Maße zu Buche schlagen, weshalb weitere Exportanteile nach China wandern. Es ist zwar bitter nötig, dass Deutschland seinen Exportüberschuss abbaut, aber ohne den Ersatz durch Binnennachfrage führt das zu Deindustrialisierung. Insofern dürften sich die Zahlen in die schlechte wirtschaftliche Perspektive einreihen.
Freitag, 10.04: Details zur März-Inflation
Am Freitag wird das Statistische Bundesamt die detaillierten Zahlen zur März-Inflation. Bisher stehen vorwiegend die Spritpreise im Zentrum, doch das wird nicht so bleiben. Die Zahlen werden zeigen, bei welchen anderen Gütern es bisher Preisdruck gibt. Zum Vergleich: Im März 2020 betrugen die Preissteigerungen insgesamt 2,5 Prozent, bei Energie 16,4 Prozent. Jetzt sind es 2,7 Prozent und 7,2 Prozent, wobei weitere Anstiege bei anhaltendem Lieferstopp absehbar sind.
Doch auch 2022 sprangen die Lebensmittelpreise direkt im Folgemonat hoch. Von 0,8 Prozent im März auf 3,6 Prozent im April 2022. Der Schock ist selbstverständlich nicht eins zu eins übertragbar, aber steigende Lebensmittelpreise sind global als auch in Deutschland gesetzt.

Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:
- Dienstag, 07.04.: Statistisches Bundesamt zu öffentlichem Gesamthaushalt (vierteljährliche Kassenergebnisse), 2025; Neuzulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts; HCOB EMI Dienstleistungen und Gesamtindex
- Mittwoch, 08.04.: Zahlen zu Werksaufträgen
- Donnerstag, 09.04.: Zahlen zur Handelsbilanz; Exporten und Industrieproduktion; EU: Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreisindex
- Freitag, 10.04.: Statistisches Bundesamt gibt Inflationsrate für März 2026 bekannt; Statistisches Bundesamt veröffentlicht Baupreise für Wohngebäude

Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte.
Einen guten Start in die Woche
Lukas Scholle
