zum Inhalt
Das Wirtschaftsmagazin

Unternehmen global besteuern: Wie sich die EU gegen Trump durchsetzen kann

Die USA wollen nicht mehr bei der globalen Mindeststeuer mitmachen. Doch die EU kann sich wehren.

4 Minuten Lesedauer
Der US-Ausstieg aus der globalen Mindeststeuer reiht sich in Trumps Nationalismus ein. Credit: IMAGO/Newscom/GDA

Täglich fluten die Maßnahmen der Trump Regierung die Nachrichten. Dabei ist die Ankündigung der USA untergegangen, aus der globalen Mindeststeuer auf Unternehmensgewinne aussteigen zu wollen. Dieser Rückzug  bedroht jedoch die Steuereinnahmen der EU-Staaten, die die globale Mindeststeuer bereits national umgesetzt haben – und fügt sich in die neomerkantilistische Agenda der wichtigsten wirtschaftspolitischen Berater Trumps ein. Aufgrund der gigantischen Investitionsbedarfe in den Bereichen Klima, Infrastruktur und Sicherheit sind sinkende Einnahmen das Letzte, was die europäischen Regierungen aktuell brauchen. Insbesondere da die Forschung einen starken kausalen Effekt von Sparpolitik auf den Aufstieg rechtsextremer Parteien identifiziert. Was genau bezweckt die Trump-Regierung also mit ihrem Rückzug und wie sollten die EU-Staaten darauf reagieren?

Die globale Mindeststeuer wurde im Jahr 2021 von insgesamt 140 Regierungen beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass multinationale Unternehmen mindestens 15 Prozent Steuern zahlen, egal in welchem Land sie ihre Gewinne ausweisen. Die Mindeststeuer wird mit zwei Instrumenten durchgesetzt. Die Primärergänzungsregel verpflichtet die Regierungen, einer Muttergesellschaft eine Ergänzungssteuer aufzuerlegen, wenn eine ihrer ausländischen Tochtergesellschaften weniger als 15 Prozent Steuern zahlt. Wenn die Primäregänzungsregel nicht auf die Muttergesellschaft angewandt wird, folgt die Sekundärergänzungsregel als Sanktionsmechanismus. Sie verpflichtet Regierungen, Tochtergesellschaften zu besteuern.

Würden die USA die Mindeststeuer also bei ansässigen Muttergesellschaften nicht erheben, könnte zum Beispiel Frankreich stattdessen ansässige Tochtergesellschaften von US-Konzernen besteuern Damit soll der Anreiz, die Primärergänzungsregel umzusetzen, erhöht werden.

Kostenlos freischalten

Kostenloser Account

  • Zugang zu Artikeln, Newslettern und Videos
  • Kein Zahlungsmittel notwendig
oder

4 Wochen für 1 € – inkl. Print-Ausgabe

  • Statt 12€
  • inkl. Print-Ausgabe
  • flexibel online kündbar