Ich könnte mit den Hunderten Wohnungsbewerbungen einsteigen, die meine Partnerin und ich die vergangenen zwei Jahre verschickt haben. Damit, dass wir innerhalb eines Jahres zu gerade einmal zwei Besichtigungen eingeladen wurden. Beide Male per Losverfahren. Ich könnte von den Schlangen bis zur nächsten Straßenecke erzählen. Von dem Drängeln in stinkenden Treppenhäusern. Von den Maklern, die nicht einmal »Hallo« sagen. Aber das alles kennt man ja schon. Weniger bekannt bei der Wohnungssuche war mir ein Gefühl, das mich vor ein paar Monaten bei dem Besuch einer Webseite plötzlich ereilte: Hoffnung. Durch Zufall landete ich auf der Seite eines Wohnungstauschportals. »Glückwunsch, aktuell stehen dir 22 230 Tauschmöglichkeiten zur Verfügung«, las ich auf der grün-weißen Seite. Darunter das Bild einer lächelnden Frau in einem Hausflur mit einem Bilderrahmen in der Hand. »Das werde ich bald sein«, dachte ich.
Das Wirtschaftsmagazin