Guten Morgen,
die erste Woche des Jahres startete – und wie. Mit einem völkerrechtswidrigen Angriff und der Entführung des venezolanischen Regierungschefs Maduro durch die USA. Einer der ausschlaggebenden Gründe: Das Öl im Boden sowie die Macht und das Geld, die damit einhergehen.
Das wirtschaftlich wichtigste Thema der Woche ist:
- Die ganze Woche: Die Wirtschaftsfolgen vom Venezuela-Putsch
Die ganze Woche: Die Wirtschaftsfolgen vom Venezuela-Putsch
Wie immer vorausgesetzt: Selbstverständlich dreht sich nicht alles um wirtschaftliche Aspekte. Die außenpolitischen und demokratischen Folgen von Trumps Angriff sind immens. Doch ob wir wollen oder nicht, solch ein Putsch hat ökonomische Folgen – und wie Trump selbst bekräftigt, stehen dahinter auch knallharte ökonomische Interessen. Daher hier einige Thesen zu den ökonomischen Folgen:
- Die Aktien der US-Ölkonzerne könnten diese Woche boomen. Trump sagte bereits, dass die US-Ölindustrie Milliarden in Venezuelas Vorkommen investieren werde.
- Der Ölpreis könnte fallen. Nicht, weil es auf einen Schlag mehr Öl gibt, sondern weil es eine mittelfristige Ausweitung des Angebots geben könnte.
- Gegen beides spricht: Das venezolanische Öl ist kaum wettbewerbsfähig. Der Ölpreis ist aktuell relativ niedrig und die Förderkosten in Venezuela relativ hoch. Eine relevante Angebotsausweitung würde den Preis weiter sinken lassen und es noch unwirtschaftlicher machen.
- Die Macht der restlichen OPEC-Länder (Saudi-Arabien, Iran, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate) wird geschwächt. Fortan könnten die USA maßgeblich das Ölangebot mitentscheiden. Das könnte wohl der geoökonomisch wichtigste Hebel sein. Nicht um ein paar Öleinnahmen zu haben, sondern ein relevantes Druckmittel.
- Das wäre auch ein Rückschlag für die Energiewende, wenn die Ölförderung in relevantem Umfang beginnt.
- Venezuelas Wirtschaft wird wohl kaum boomen, auch wenn Trump Milliardeninvestitionen verspricht. Diese werden wohl größtenteils von US-amerikanischen Firmen erwirtschaftet.
- Es droht eine neue Ära des Wirtschaftskolonialismus. Trump kündigte an, dass die Vorherrschaft der USA gesichert sei und der kolumbianische Präsident sich in Acht nehmen müsse.
- Der Putsch könnte auch zu einer (moderaten) Stärkung des Dollars führen. Denn Venezuela verkaufte das Öl in Yuan an China, um den Ölhandel vom Dollar zu lösen.
Auch wenn die ökonomischen Folgen bisher nicht genau absehbar sind, könnten sie sich als folgenreich herausstellen. Wir werden in den nächsten Tagen einige Artikel dazu bringen. Der Berkeley-Wirtschaftsprofessor und Surplus-Autor Gabriel Zucman meint, dass es bei dieser Entführung von Maduro um 100 bis 150 Milliarden Dollar pro Jahr geht. Das sind jene Gewinne, die der saudische Ölkonzern Aramco jährlich einfährt.
Weitere Wirtschaftstermine diese Woche:
- Dienstag, 06. Januar: Destatis zum Verbraucherpreisindex (Dezember 2025 und 2025)
- Dienstag, 06. Januar: Dreikönigstreffen der FDP
- Mittwoch, 07. Januar: Destatis zur monatlichen Arbeitsmarktstatistik (November 2025)
- Mittwoch, 07. Januar: Destatis zum Einzelhandelsumsatz (November 2025)
- Mittwoch, 07. Januar: Eurozone Verbraucherpreisindex
- Mittwoch, 07. Januar: Hans-Böckler-Stiftung präsentiert eine Studie zum wirtschaftspolitischen Ausblick 2026
- Donnerstag, 08. Januar: Destatis zum verarbeitenden Gewerbe (Auftragseingang und Umsatz)
- Donnerstag, 08. Januar: Werksaufträge
- Donnerstag, 08. Januar: Ifo-Institut veröffentlicht Geschäftsklima Ostdeutschland
- Samstag, 10. Januar: 1. Geburtstag von Surplus

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Einen guten Start in die Woche
Lukas Scholle
