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Das Wirtschaftsmagazin

»Blue Dot Fever«: Musikbranche in der Krise?

Die Ticketverkäufe für Konzerte brechen ein, viele Bands sagen ihre Touren ab. Was steckt hinter dem Phänomen Blue Dot Fever?

5 Minuten Lesedauer
Nicole Scherzinger im Vordergrund singend, im Hintergrund leere Sitze in einer Konzerthalle. Collage: Surplus, Material: IMAGO/Vitalii Kliuiev/Cover-Images
Nicole Scherzinger und die Pussycat Dolls mussten zuletzt eine Tour aufgrund niedriger Ticketverkäufe absagen. Collage: Surplus, Material: IMAGO/Vitalii Kliuiev/Cover-Images

Die Pussycat Dolls waren zumindest zwischen den Zeilen ehrlich. Nachdem sie einen »honest look« auf die Comeback-Tour geworfen hatten, sagten sie mehr als dreißig geplante Konzerte in den USA wieder ab, wie die Band Anfang Juni in einem inzwischen gelöschten Instagram-Post verkündete. Damit drückten sie etwas verklausuliert das aus, was gerade viele betrifft: Selbst bekannte Musikerinnen und Musiker sagen derzeit immer öfter Konzerte und Tourneen ab. Wo viele von ihnen »Krankheiten« oder andere Gründe wie »scheduling problems« für die Absagen vorschieben, weist der »ehrliche Blick« der Pussycat Dolls auf den eigentlichen Kern des Problems hin: Die Vorverkäufe sind teils so niedrig, dass sich der (finanzielle) Aufwand einer Tour nicht lohnt.

In den sozialen Medien hat sich für dieses Phänomen seit einiger Zeit ein Begriff etabliert: Blue Dot Fever, eine Metapher für eine ›Krankheit‹, die sich unter Künstlerinnen und Künstlern ausbreitet. Diese haben Angst davor, dass die kleinen blauen Punkte, die auf Ticketplattformen die noch freien Plätze symbolisieren, nicht gefüllt, sprich nicht genug Karten verkauft werden. Zu den Artists, die in den vergangenen Jahren Konzerte abgesagt und dafür unterschiedlichste Gründe angegeben haben, gehören unter anderem Post Malone, Jennifer Lopez, Zayn Malik und Meghan Trainor, in Deutschland sind es Namen wie Max Giesinger, Gabriel Kelly und kürzlich Bruno Kawelke, der ebenfalls auf Instagram offen zugab, nicht genug Tickets verkauft zu haben. In Zeiten des Streamings, da Musikerinnen nicht mehr von ihren Albumverkäufen leben können, ist es besonders bitter, Liveauftritte abzusagen, weil das zu einem existenziellen Problem werden kann. Zudem ist dieses Phänomen nicht auf einzelne Artists beschränkt: Viele große Festivals kämpfen ebenfalls damit, weiterhin zu bestehen.

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