Im Vereinigten Königreich konzentriert sich das staatliche Eingreifen in den Privatsektor seit langem darauf, Unternehmen vor Missgeschicken und Fehlern zu retten. Mit einer Politik, die zwischen Privatisierung und Notverstaatlichungen schwankt, ist es dem Staat immer wieder nicht gelungen, die Governance-Infrastruktur aufzubauen, die es ermöglichen würde, dass beide Ansätze dem Gemeinwohl dienen.
Die Debatte darüber, ob British Steel verstaatlicht werden soll, sollte in diesem Zusammenhang betrachtet werden. Wieder einmal stellt niemand die entscheidende Frage: Verfügt der Staat über das sektorale Fachwissen, die langfristigen Finanzierungsinstrumente und die institutionelle Kohärenz, die erforderlich sind, um einen modernen, grünen und wettbewerbsfähigen Stahlsektor zu fördern? Die Antwort ist wichtig, denn es steht weit mehr auf dem Spiel als nur die britische Stahlindustrie. Die gleiche Frage muss für jeden Sektor gestellt werden, der unter »öffentliche Kontrolle« gestellt werden könnte, und viele Lehren aus den Erfahrungen Großbritanniens lassen sich auch anderswo anwenden.
Die Wiederbelebung des britischen Stahlsektors erfordert eine zielgerichtete Industriestrategie. Das Ziel sollte nicht nur darin bestehen, die Industrie zu retten, sondern sie zu transformieren. Das bedeutet, dass jede staatliche Beteiligung, Subvention, jedes Darlehen oder jede Garantie an die Bedingung geknüpft sein muss, dass der Sektor modernisiert wird, nachhaltiger wird und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.
