Guten Morgen,
diese Wochen werden nicht stabiler als die letzten: Am Wochenende sind die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geplatzt und auch die Regierung in Deutschland bewegt sich nicht wirklich in Richtung Entlastungspaket. Wenn beides so weitergeht, werden wir die wirtschaftlichen Folgen sehr schnell spüren.
Die wirtschaftlich wichtigsten Termine der Woche sind:
- Die ganze Woche: Der Preisschock geht weiter
- Die ganze Woche: Wann kommt das Entlastungspaket?
- Ab Mittwoch, 15.04.: Sitzungswoche im Bundestag

Der Preisschock geht weiter
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA sind vorerst gescheitert. Das macht auch einen Bruch der Waffenruhe, eine kriegerische Eskalation und ein Fortdauern des Preisschocks wieder wahrscheinlicher. Grund des Scheiterns der Verhandlungen war vorwiegend, dass sich die USA nicht mit ihrer Forderung nach einem Ende der Uran-Anreicherung durchsetzen konnten. Jetzt möchten die USA die Straße von Hormus blockieren. Damit scheint Trump Druck auf den Iran ausüben zu wollen, indem dessen Ölexporte Richtung China unterbunden werden. Allein deshalb ist erneut mit einem leichten Anstieg der Ölpreise zum Wochenbeginn zu rechnen.
Aber die große Frage ist jetzt: Bleibt es bei der Waffenruhe oder kommt es zu einer Eskalation? Würde der Krieg fortgesetzt und damit auch Produktionsanlagen in der Region zerstört, könnte das eine reale Grundlage für weiteren Preisdruck bilden. Goldman Sachs warnte bereits, dass der Ölpreis das Jahr bei 100 Dollar pro Barrel beenden könnte, wenn die Straße von Hormuz in den nächsten Wochen geschlossen bleibt. Bei einem solchen Preis prognostizierte das Institut der Deutschen Wirtschaft (DIW) ein Minderwachstum Deutschlands von 0,3 Prozent.
Wann kommt das Entlastungspaket?
Wir starten in die Woche mit einem durchschnittlichen Super-Benzinpreis in Höhe von 2,05 Euro pro Liter. Die gute Nachricht ist, dass die Preise damit um 9,7 Prozent gesunken sind, seit sie am 6. April ihren vorläufigen Höhepunkt mit 2,25 Euro pro Liter erreichten. Die schlechte Nachricht lautet aber, dass sie damit immer noch 13,9 Prozent über den Preisen vor dem Krieg im Iran liegen. Wann und um wie viel die Preise weitersinken, ist derzeit offen – genauso wie die weitere Entwicklung bei den Verhandlungen. Umso wichtiger werden Taten in Deutschland.
Nachdem Finanzminister Klingbeil (SPD) am Freitag mit Gewerkschaften und Wirtschaftsvertretern entsprechende Möglichkeiten im Rahmen eines Energiegipfels diskutierte, trafen sich am Sonntag die Regierungsspitzen zur weiteren Beratung. Bislang pocht Klingbeil auf Eingriffe in den Markt mit einer Übergewinnsteuer, einem Preisdeckel und einer Senkung der Energiesteuern. Wirtschaftsministerin Reiche blockiert insbesondere die Übergewinnsteuer und den Preisdeckel, obwohl etliche unserer europäischen Nachbarn diesen Weg gehen.
Selbst Friedrich Merz (!) ist das zu marktgläubig, weshalb er seine Ministerin am Freitag zu Zurückhaltung ermahnen musste. Klingt fast so, als würde Reiche ihr Amt bald abgeben, sollte die EU auf umfangreiche Markteingriffe drängen. Richtig wäre es. Wie ein solches Paket aussehen könnte, hat der Wirtschaftsweise und Surplus-Kolumnist Achim Truger hier gezeigt:

Sitzungswoche im Bundestag
Die wirtschaftlich spannendsten Debatten im Bundestag in der kommenden Woche sind:
- Antrag der Grünen zur Digitalsteuer am Donnerstag (liegt noch nicht vor)
- Antrag der LINKEN zum Stopp der Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit am Donnerstag (liegt noch nicht vor)
- Antrag der AfD zur Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen am Donnerstag (liegt noch nicht vor)
- Antrag der AfD über Einsatz von Miniatomkraftwerken am Donnerstag (liegt noch nicht vor)
- Gesetzesentwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie über Verbraucherkreditverträge am Freitag
- Beratung der Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung am Freitag
Weitere wichtige Wirtschaftstermine diese Woche:
- Montag, 13.04.: Parlaments- und Präsidentenwahlen in Peru, Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank mit Treffen der G20‑Finanzministerinnen und Finanzminister und Notenbankgouverneurinnen und Notenbankgouverneure, 110th International Business Cycle Forum (Kiel Institut für Weltwirtschaft) Guns or Butter – The Macroeconomics of Higher Defense Spending
- Dienstag, 14.04.: Bericht der EU-Handelskammer in China zu Exportkontrollen, Bundesverband Windenergie Offshore stellt Studien »Wertschöpfung der Offshore-Windenergie in Deutschland« in einer Online-Pressekonferenz vor, Großhandelspreisindex
- Mittwoch, 15.04.: EU-Zahlen zur Industrieproduktion, Unions-Kongress »Mit Innovationen durchstarten: mehr Freiheit und Unternehmertum in Wissenschaft und Forschung«
- Donnerstag, 16.04.: EU-Verbraucherpreisindex
- Freitag, 17.04.: EU-Leistungs- und Handelsbilanz

Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte.
Einen guten Start in die Woche
Lukas Scholle

