Seit dem Irankrieg richten sich die Blicke der Welt gebannt auf die Straße von Hormus, jene schmale Passage am Persischen Golf, durch die rund ein Fünftel des global verschifften Öls fließt. Doch wer den Welthandel verstehen will, sollte eine zweite Meerenge mindestens ebenso ernst nehmen: das Bab al-Mandab am Horn von Afrika, wörtlich übersetzt das »Tor der Tränen«. Durch diese kaum 30 Kilometer breite Pforte zwischen der Arabischen Halbinsel und Ostafrika zwängt sich ein beträchtlicher Teil des Seehandels zwischen Asien und Europa, bevor er das Rote Meer und den Suezkanal erreicht. Wie verwundbar dieser Flaschenhals ist, führten zuletzt die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Handelsschiffe vor Augen: Sie zwangen einen Großteil der großen Reedereien, auf die deutlich längere und teurere Route um das Kap der Guten Hoffnung auszuweichen, und ließen Frachtraten und Versicherungsprämien in die Höhe schnellen.
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