Der desolate Zustand der öffentlichen Schulen in Frankreich, der landesweit wütende Demonstrationen auslöste, ist ein Symptom der chronischen Sparpolitik. Doch das hielt die Verfechter noch strengerer Sparmaßnahmen nicht davon ab, erneut ihre Parolen anzustimmen. Emmanuel Moulin, der Gouverneur der französischen Zentralbank, fordert massive Haushaltskürzungen, um das »Risiko, durch steigende Zinsen nach und nach stranguliert zu werden«, abzuwenden. Sollte dies geschehen, werden sich die sozialen Spannungen weiter verschärfen und dringend benötigte Investitionen werden ausbleiben. Da Deutschland bereits mit Deindustrialisierung und einem Anstieg der Unterstützung für rechtsextreme Kräfte konfrontiert ist, zeichnet sich die Staatsverschuldung Frankreichs als Europas nächste Konfliktlinie ab.
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