»Linksradikaler, Deutschlandhasser, EU-Gegner« – mit solchen Etiketten wird der französische Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon in deutschen Medien regelmäßig karikiert. Dabei sehen die Umfragen für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 derzeit eine Stichwahl zwischen dem Gründer von La France insoumise (LFI) und der rechtsextremen Marine Le Pen als realistisches Szenario. Und auch der zweite Wahlgang wäre nicht entschieden: Beobachter rechnen Mélenchon durchaus Chancen aus, Le Pen zu schlagen und Frankreichs nächster Präsident zu werden.
Was eine Präsidentschaft Mélenchons bedeuten würde, wird hierzulande aber noch kaum diskutiert – auch nicht von der politischen Linken, obwohl sein Programm einen der ambitioniertesten Gegenentwürfe zur herrschenden Wirtschaftspolitik in Europa darstellt. In einem Interview mit dem Magazin Alternatives Économiques erklärte Mélenchon kürzlich, er strebe »eine kollektivistische Gesellschaft« an, in der Produktion und Investitionen danach organisiert werden, was gesellschaftlich gebraucht wird. Er spricht vom »Regieren nach Bedürfnissen«. Wie soll das funktionieren und was steckt hinter den »Mélenchonomics«?