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Das Wirtschaftsmagazin

Es gibt sie, die guten Nachrichten…

Weltweit gibt es immer wieder Beispiele für wirtschaftliche Erfolge. Ob beim Klima, der Besteuerung von Superreichen oder in der Kultur – wir zeigen eine Auswahl.

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Collage: Surplus

Weltweit gibt es immer wieder Beispiele für wirtschaftliche Erfolge. Ob beim Klima, der Besteuerung von Superreichen oder in der Kultur – wir zeigen eine Auswahl.

Was Merz nicht hören will

Lifestyle-Teilzeit funktioniert! Zumindest für die Unternehmen und Mitarbeitenden, die am Pilotprojekt für die Vier-Tage-Woche teilgenommen haben. In einer aktualisierten Studie der Unternehmensberatung Intraprenör gaben 70 Prozent der Unternehmen an, die Arbeitszeitreduzierung fortgeführt zu haben. Unter ihnen wiederum gaben 74 Prozent an, mehr Innovation und Kreativität zu verzeichnen, und 94 Prozent, dass sich die Work-Life-Balance verbessert habe. Auch gegen den angeblich zu hohen Krankenstand könnten reduzierte Arbeitszeiten helfen: So gaben 19 Prozent der Unternehmen in der Studie an, in diesem Bereich habe es eine Verbesserung gegeben, weitere 19 Prozent berichteten von einer deutlichen Verbesserung. 

Es … könnte funktionieren?

Unter der linken Präsidentin Claudia Sheinbaum macht Mexiko schnell große Fortschritte: ein höherer Mindestlohn, sinkende Armut und Inflation, mehr Rechte für Indigene, staatliche Kontrolle über Energieproduktion. Doch es gibt noch viel zu tun: 32,3 Prozent der Menschen können sich trotz Arbeit nicht das Lebensnotwendige leisten und weiterhin sorgen die Drogenkartelle für weit verbreitete Gewalt. Letzteres nutzt Donald Trump, um Druck auf das Land auszuüben. Noch hält Sheinbaum erfolgreich dagegen; Strafzölle konnte sie mehrfach per Telefonat abwenden. Im Inland erfreut sie sich konstanter Zustimmungswerte von über 70 Prozent.

Weg mit der »Heiratsstrafe«

Die Schweizerinnen und Schweizer haben gegen das Ehegattensplitting gestimmt. Künftig werden Ehepartnerinnen und -partner individuell besteuert und die sogenannte »Heiratsstrafe« abgeschafft. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat gezeigt, welche verheerenden Auswirkungen das Ehegattensplitting in Deutschland hat. Etwa die Hälfte der befragten Frauen in Teilzeit ab 45 Jahren sagte demnach, dass sich Mehrarbeit für sie finanziell nicht lohnen würde. Unter denen, die nicht arbeiteten, gab das rund ein Drittel an. Tatsächlich ist das Ehegattensplitting-Modell der Schweiz dem deutschen sehr ähnlich. Die Bundesregierung könnte daraus also Lehren ziehen.

Norwegen fährt dem Rest davon

Kaum jemand kauft in Norwegen noch Verbrennerautos. Im vergangenen Jahr hatten 96 Prozent der neu zugelassenen Autos einen elektrischen Antrieb. Nicht nur die Nachhaltigkeit dürfte die Norwegerinnen und Norweger überzeugt haben, denn bis Dezember 2025 waren E-Autos vollkommen von der Mehrwertsteuer befreit. Seit Januar dieses Jahres wird sie in Höhe von 25 Prozent ab umgerechnet 43.000 Euro fällig. Einen Haken hat das Ganze: Mit einem Marktanteil in Norwegen von 19 Prozent dürfte Tesla und damit Elon Musk stark profitiert haben.

Spanien bleibt stabil

Als eines der ersten Länder hat Spanien ernst gemacht: Um den Energiepreisschock infolge des Iran-Krieges abzufedern, entwarf die Mitte-Links-Regierung unter Pedro Sánchez ein umfassendes Hilfspaket mit 80 Punkten. Und das, während die meisten anderen Länder gerade erst mit der Debatte um Entlastungen begonnen haben. Die Mehrwertsteuer auf Sprit, Erdgas und Strom soll von 21 auf 10 Prozent gesenkt werden und es soll einen Zuschuss von 20 Cent pro Liter für die Landwirtschaft und Transportunternehmen geben. Kostenpunkt: 5 Milliarden – die gut investiert wären.

Sonne, Wind und Souveränität: Spanien zeigt, wie Energiesicherheit geht
Die Energiekrise durch den Iran-Krieg macht einmal mehr deutlich, wie dringend der Ausbau von Erneuerbaren ist. Spanien macht es vor.

Xenia Miller

Xenia Miller ist Online-Chefin vom Dienst (CvD) bei Surplus. Sie hat Politikwissenschaften, Soziologie und Politische Theorie studiert und bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gearbeitet.

#8 – Wirtschaftsdemokratie

Chefs bestimmen, Aktionäre verdienen: Für gerechten Wohlstand müssen die Beschäftigten regieren.

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