zum Inhalt
Das Wirtschaftsmagazin

IMK erwartet Inflationsschub durch Iran-Krieg

An der Zapfsäule sind mehr als zwei Euro pro Liter längst Alltag. Das IMK erwartet daher einen Anstieg der Inflation.

2 Minuten Lesedauer

Ausgehend von den gestiegenen Energiepreisen könnte die Inflation steigen (Symbolbild). Credit: IMAGO/Rene Traut

Die Menschen in Deutschland müssen sich nach Einschätzung von Ökonomen in den nächsten Monaten auf deutlich stärker steigende Preise einstellen. »Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Preisschock bei Energie, insbesondere Öl, wird die Inflationsrate in Deutschland im ersten und zweiten Quartal 2026 auf merklich über 2,5 Prozent erhöhen«, prognostiziert das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.

Nach 2,1 Prozent Inflation im Januar 2026 war die Teuerung in Deutschland im Februar mit 1,9 Prozent wieder unter die Marke von zwei Prozent gesunken. Energie war für Haushalte in dem Monat sogar um 1,9 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Doch der Krieg im Nahen Osten ließ die Preise für Öl und Gas nach oben schnellen, an den Tankstellen hierzulande sind Preise von mehr als zwei Euro für den Liter Benzin oder Diesel seit Tagen die Regel.

Wen der Preisanstieg besonders trifft

Stärker belastet der Ölpreisanstieg nach Berechnungen des IMK Alleinerziehende sowie Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen, weil für sie gemessen an ihren sonstigen Ausgaben höhere Preise für Kraftstoffe mehr ins Gewicht fallen. Wirtschaftsprofessor und wissenschaftlicher Direktor des IMK, Sebastian Dullien, schrieb auf Linkedin dazu: »Die aktuelle Entwicklung zeigt einmal mehr: Energiepreisschocks sind nicht ›neutral‹. Sie verstärken bestehende Unterschiede zwischen Haushaltstypen – und sollten deshalb auch differenziert wirtschaftspolitisch betrachtet werden.«

Dauert der Krieg nicht länger als wenige Monate, könnten die Auswirkungen des Energiepreisschubs auf die Inflation nach Einschätzung des IMK insgesamt aber begrenzt bleiben. Der Iran ist seit Jahren mit Sanktionen belegt und spielt für die Energieversorgung Deutschlands nur eine untergeordnete Rolle. Daher sei der dauerhafte Effekt in diesem Fall gering – anders als beim russischen Angriff auf die Ukraine, in dessen Folge Russland als wesentlicher Energielieferant für Deutschland und Europa ausfiel.

»Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich über zwei Prozent steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch deutlich darunter liegen«, prognostiziert IMK-Forscherin Silke Tober.


Der Kommentar

Abonniere unseren kostenlosen Newsletter, um diesen Text weiterzulesen:

Zum Newsletter

Gibt’s schon einen Account? Login

Surplus News

#7 – Machtkampf um KI

Tech-Oligarchen kämpfen um die Vormacht über Künstliche Intelligenz. Den Preis zahlen wir alle.

Zum Magazin