Ende Oktober gewann Luiz Inácio Lula da Silva die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien mit 51,8 Prozent der Stimmen. Sein Rivale – Flávio Bolsonaro – ist der Sohn von Jair Bolsonaro, der wegen der Planung eines Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde.
Am folgenden Tag straften die Finanzmärkte keine Regierungspolitik, sondern die Wahlentscheidung ab. Der Ibovespa, der Aktienindex von São Paulo, fiel um 13,9 Prozent, und der Real verlor gegenüber dem Dollar mehr als 8 Prozent an Wert. An der Wall Street ging es am selben Tag dagegen aufwärts.
Drei Wochen zuvor, als Flávio in der ersten Runde führte, war derselbe Index um 7,7 Prozent auf einen Rekordstand gesprungen. Die Panik der letzten Tage droht nun, die Finanzpolitik für vier Jahre zu bestimmen.