Am 6. September konnte die AfD ihr bisher stärkstes Wahlergebnis auf Landes- oder Bundesebene verbuchen. Knapp 44 Prozent der Stimmen erhielt die rechtsextreme Partei in Sachsen-Anhalt. Und wie nach jedem Wahlsieg einer sich durch Xenophobie und Anti-Establishment-Rhetorik auszeichnenden Bewegung stellt sich die Frage: Warum?
Der globale Rechtsruck ist Ausdruck einer Gesellschaft, die sich als gespalten versteht – gekennzeichnet durch schwindendes Vertrauen zwischen Menschen und Staat sowie untereinander, verbunden mit wachsenden Spannungen zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Das Vertrauen, dass »die Politik« adäquate Antworten auf unsere heutigen und zukünftigen Herausforderungen findet, ist erodiert.
Das bestätigt eine neue Studie von Earth4All, die diese Woche erscheint. Grundlage ist eine Ipsos-Befragung in 17 Ländern der G20 und es wird deutlich: Die von vielen Menschen gefühlte Spaltung zeigt sich auch in den Zahlen. Deutsche sehen das Land dabei noch gespaltener, als es der globale Durchschnitt vermuten lässt: 79 Prozent finden, Deutschland sei heute stärker gespalten als vor zehn Jahren (global: 67 Prozent) und nur 19 Prozent glauben, dass die Regierung Entscheidungen treffen wird, die langfristig der Mehrheit der Menschen zugutekommen (global sind es immerhin 31 Prozent, in Deutschland waren es 2024 noch 26 Prozent). 69 Prozent der Deutschen wünschen sich zudem grundlegende Veränderungen der Wirtschaft. Dass von solch geringen Zustimmungswerten Parteien profitieren, die sich als außerhalb dieses Systems stehend positionieren, ist erwartbar.
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