»So, Freunde, wir müssen reden« – sagt Gesundheits- und Krankenpflegerin Katha in einem Instagram-Video. Im Düsseldorfer Krankenhaus, in dem sie arbeitet, wurde im Juni am Wochenende der ersten Hitzewelle der Notstand ausgerufen. Alle verfügbaren Kolleginnen und Kollegen mussten arbeiten, so auch Katha. »Wir machen Überstunden, wir springen ein, wir halten das Ding am Laufen«, sagt sie und appelliert »an alle Politiker: Macht mal was!« Ihr Video geht viral.
Ein paar Tage später, es ist noch warm, aber nicht mehr heiß, treffen wir uns mittags um 12 Uhr zum digitalen Gespräch.
Mareice Kaiser: Katha, wie arbeitest du heute?
Katha: Heute ist die erste Nacht von vier Nachtschichten. Vor der ersten Nacht versuche ich auszuschlafen, so lange es geht.
Bis wann hast du heute geschlafen?
Heute bis um Viertel nach zehn. Ich kann gut schlafen, ich bin eine gute Schläferin. Zum Glück. Manchmal versuche ich, mich nachmittags nochmal hinzulegen. Aber wenn das Wetter so gut ist wie heute, ist das richtig schwer, nochmal zu schlafen. Über den Tag erledige ich Dinge, den Haushalt oder Einkäufe für die nächsten Tage. An den nächsten Tagen schaffe ich das nicht.
Wann musst du im Krankenhaus sein?
Ich fange um 20:30 Uhr an. Ich bin immer ein bisschen spät dran und erst kurz vor halb da. Der Dienst geht bis 6:30 Uhr morgen früh. Von Nacht zu Nacht wird es immer schwieriger, die Nacht zu überstehen. Die zweite Nacht ist die schlimmste. Da ist man noch nicht im Rhythmus drin und auch noch nicht wieder aus dem anderen Rhythmus raus. Ab der dritten geht es dann und nach der vierten bin ich auch schon wieder raus und muss mich wieder umgewöhnen.
Wie sieht dein Feierabend beziehungsweise Feiermorgen aus?
Ungefähr viertel nach sieben bin ich zuhause. Dann gehe ich eine große Runde mit den Hunden spazieren. Bis ich im Bett liege, ist es halb neun.
Und dann kannst du schlafen?
Mal so, mal so. Eigentlich schon, aber manchmal dauert es. Im Winter ist das alles nochmal eine Nummer schlimmer, da lebt man ja nur im Dunkeln. Im Sommer kann man schlechter schlafen, weil es warm ist. Wenn das Wetter gut ist, will man ja auch nicht den ganzen Tag im Bett verbringen. Es ist körperlich anstrengend, aber noch mehr psychisch. Nach vier Tagen Nachtschicht braucht man auch erstmal ein paar Tage, um sich wieder an den normalen Rhythmus anzupassen.
Wie viel arbeitest du?
Ich habe vor drei Jahren auf 75 Prozent reduziert. Ich arbeite also monatlich sechs Tage weniger als eine 100-Prozent-Kraft. 100 Prozent waren einfach zu krass.
Kann man den Job Vollzeit machen, ohne davon krank zu werden?
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