Guten Morgen,
diese Woche dürfte entscheidend werden für die Wirtschaftslage des gesamten Jahres: Ein baldiges Kriegsende im Iran scheint unwahrscheinlich. Und damit scheint auch eine Entspannung der Energiepreise unwahrscheinlich. Umso wichtiger wird ein baldiges Handeln der Regierung, um die Folgen des Preisschocks einzudämmen.
Die wichtigsten Wirtschaftsthemen diese Woche sind:
- Die ganze Woche: Energiepreisdeckel oder Rezession?
- Donnerstag, 19. März: Vonovia setzt auf Profitabilität
- Ab Mittwoch, 18. März: Sitzungswoche im Bundestag
Die ganze Woche: Energiepreisdeckel oder Rezession?
Am Montag tagt die Koalitions-Taskforce zu Energiepreisen. Eingeladen sind Vertreter des Kartellamts, der Mineralölkonzerne und der Monopolkommission. Die Lage wird immer ernster: Der Rohölpreis liegt fast bei 100 Dollar pro Barrel.
In Deutschland sind die Preise an der Tankstelle überproportional gestiegen. Das Bundeskartellamt spricht von »zeitweise Entkopplungen von Diesel- und Benzinpreisen vom Rohölpreis«, die »zumindest erklärungsbedürftig« seien. Nach den Erfahrungen der massiven Preissteigerungen im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine sollte der Bundestag dieses Mal schneller und gezielter reagieren. Das ist mit dem Freigeben der Reserven zwar passiert, allerdings ist der Ölpreis seitdem wieder angestiegen, wenn auch nicht mehr sprunghaft.

Umso drängender ist eine weitere Debatte um Preiseingriffe. Geplant ist bereits, dass die Tankstellenpreise nur noch einmal am Tag erhöht, aber mehrmals am Tag gesenkt werden dürfen. Vorbild ist Österreich, das diese Regelung jetzt auf maximal drei mögliche Erhöhungen in der Woche ausweitet. Ob dieser simple Eingriff in die Preissetzungsmacht aber ausreichend hilft? Wohl kaum.
Wichtiger wäre, dass es jetzt einen Preisdeckel gibt, der die Preissteigerungen im Schach hält und uns nicht in die nächste Wirtschaftskrise stürzt. Dieser müsste sowohl bei der nationalen Preisbildung ansetzen, also etwa die Gewinnspannen zu Börsenpreisen regeln, sodass es keine Krisengewinner hierzulande gibt. Gleichzeitig braucht es aber auch Maßnahmen, um den Börsenpreis zu beeinflussen, wie einen internationalen Preisdeckel gegenüber den OPEC-Ländern, ähnlich wie gegenüber Russland. Da beides aber bestenfalls partiell wirkt, braucht es weitere Entlastungen – etwa mit einer massiven Preissenkung des Deutschlandtickets oder mit einer temporären Erhöhung der Pendlerpauschale. Wie schnell und in welche Richtung die Debatte diese Woche läuft, könnte die Wirtschaftslage für das ganze Jahr entscheiden.
Ab Mittwoch, 18. März: Sitzungswoche im Bundestag
Ab Mittwoch startet die nächste Sitzungswoche im Bundestag:
- Beratung des Antrags der Fraktion der AfD »Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen« (liegt nicht vor)
- Beratung des Antrags der Fraktion der AfD »Energiepreisschocks durch Irankrieg ernst nehmen – Unternehmen und Verbraucher kurzfristig entlasten« (liegt nicht vor)
- Beratung des Gesetzesentwurfs der Bundesregierung »Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote«
- Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN »Wirtschaft 2045 – GreenTech als Wachstumstreiber nutzen, Technologiesouveränität stärken« (liegt nicht vor)
- Beratung des Antrags der Fraktion der AfD »Preisexplosion im Gastronomiegewerbe verhindern – Arbeitsplätze sichern – Bürokratie abbauen« (liegt nicht vor)
- Beratung des Antrags der Fraktion der AfD Einsetzung einer Enquete-Kommission »Kommunalen Kollaps aufarbeiten – Für zukunftsfähige Kommunalfinanzen und starke Entscheidungsträger vor Ort«
- Beratung des Antrags der Fraktion Die Linke »Unterhaltsvorschuss reformieren – Chancen für Kinder Alleinerziehender verbessern«
- Beratung eines Antrag der Fraktion Die Linke »Klimageld – Sofort und sozial gerecht«
Donnerstag, 19. März: Vonovia setzt auf Profitabilität
Am Donnerstag legt Vonovia seinen Geschäftsbericht für 2025 vor. Aus der letzten Analysten- und Investorenpräsentation aus September 2025 geht hervor, dass ab 2025 wieder der Fokus auf Profitabilität nach Jahren des Fokuses auf Liquidität gelegt werden soll.

Insofern sind die kommenden Zahlen für das Jahr 2025 besonders interessant. Denn sie führen zu der Frage, wie hoch die Abschöpfungsquote ist. Nach Berechnungen von Finanzwende flossen 2021 41 Prozent der Miete in die Dividende. Auch wenn den Dividendenprognosen zufolge weniger als im Rekordjahr 2021 ausgeschüttet werden soll, dürften die Gewinnsteigerungen einen höheren Gewinnanteil an den Mieten implizieren. Insofern werden die Zahlen von Deutschlands größtem privaten Wohnungskonzern spannend und könnten neue Impulse für die Vergesellschaftungsdebatte liefern.
Weitere wichtige Termine diese Woche sind:
- Montag, 16. März: Kongress Armut und Gesundheit unter dem Motto »Gesundheit ist politisch! Was ist uns Chancengerechtigkeit als Gesellschaft wert?« unter Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU)
- Dienstag, 17. März: Zukunftskonferenz der IG Metall zur Gestaltung der Zukunft in der Region Chemnitz; ZEW-Umfrage zu Konjunkturerwartungen
- Mittwoch, 18. März: 50. Jahrestag (1976) des Mitbestimmungsgesetzes für Arbeitnehmer in Großunternehmen; Beginn Agrarministerkonferenz; Veröffentlichung Studie Industrie 4.0 Barometer 2026 (LMU München); Bundestag: Kanzler Friedrich Merz gibt Regierungserklärung zum EU-Gipfel ab; EU-Verbraucherpreisindex
- Donnerstag, 19. März: EuGH urteilt zur Deckelung der Trassenpreise für den Schienen-Regionalverkehr in Deutschland; DRG Forum 2026; Krankenhausreform trifft GKV-Finanzierungskrise, unter anderem mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) (bis Freitag)
- Freitag, 20. März: Erzeugerpreisindex Deutschland

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Einen guten Start in die Woche
Lukas Scholle
