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Das Wirtschaftsmagazin

Saito: Der Klimakollaps ist nichts, was wir vermeiden können

Angesichts des Klimakollapses braucht es staatliche Planung. Der Philosoph Kohei Saito erklärt im Interview einen Gesellschaftsentwurf, der das ermöglichen soll.

9 Minuten Lesedauer
Foto: Yusuke Uchida
Credit: Yusuke Uchida

Die Klimakatastrophe ist das ultimative Marktversagen. Um knappe Ressourcen gerecht zu verteilen braucht es mehr staatliche Eingriffe. Der marxistische Philosoph Kohei Saito erklärt, warum das kommunistische Versprechen von vollständiger Emanzipation nicht mehr einlösbar ist und wir trotzdem über neue Zukünfte nachdenken sollten. Er plädiert für einen Dunklen Sozialismus, der das Überleben inmitten des ökologischen Zusammenbruchs sichern soll.

Caro Rübe: Die Untertitel Ihrer Bücher zeigen die Desillusionierung mit Blick auf die Klimakrise. Im letzten Buch ging es noch um den »Sieg der Natur über den Kapitalismus«, das gerade erschienene Buch trägt den Untertitel »Überleben in den Ruinen des Kapitalismus«. Warum sind Sie pessimistischer geworden?

Kohei Saito: Das erste Buch erschien 2020 in Japan. Das ist mehr als fünf Jahre her, zu Zeiten der globalen Pandemie, die eindeutig durch zerstörerische wirtschaftliche Aktivitäten des Menschen beeinflusst war. Damals haben wir erkannt, dass eine Verlangsamung unser Leben tatsächlich verbessern könnte, aber wir haben auch miterlebt, wie systemrelevante Arbeitskräfte und Pflegearbeit in unserem Wirtschaftssystem unterbewertet werden. Mein Vorschlag damals war, die Wirtschaft auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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