SpaceX hat seine ersten Zahlen als börsennotiertes Unternehmen veröffentlicht: Profit und Umsatz sehen besser aus als erwartet, und trotzdem fällt der Aktienkurs weiter. Was sind die Gründe? Wie entstehen Bewertungen der SpaceX-Aktie und warum vergleicht Musk sein Unternehmen mit dem kolonialen Infrastruktur-Riesen Union Pacific?
Die SpaceX-Aktie hat im Juli etwa die Hälfte ihres Wertes verloren – vom historischen Höhenflug des gefeierten Nasdaq-Debüts zu einer der am stärksten leerverkauften Positionen des Jahres – Investorinnen wetten auf den weiteren Kurs-Sinkflug.
Über 219 Millionen Aktien von SpaceX waren leerverkauft – das entspricht etwa 34 Prozent der öffentlich handelbaren Aktien. Leerverkäufe, Bärenpositionen oder Short-Selling bezeichnet dabei im Finanzjargon eine spekulative Anlagestrategie, bei der Anleger auf fallende Kurse setzen. Ein Drittel aller handelbaren Aktien wird somit momentan in der Wette gehalten, dass der Aktienkurs weiter sinken wird.

Musks Hütchenspielertricks am Aktienmarkt
Die Frage nach dem Wert – von Aktien, Unternehmen, oder Gütern – ist vermutlich eine der umstrittensten Fragen der Wirtschaftsliteratur überhaupt. Sie stellt sich auch und besonders in all ihrer Absurdität in Bezug auf SpaceX-Aktien: Denn während der Finanzdienstleister Raymond James das Preisziel von SpaceX-Aktien auf 800 Dollar pro Aktie ermittelt, findet Morningstar – ein anderer Finanzdienstleister – den Aktienwert eher bei 62 Dollar pro Aktie. Diese absurde Spanne zeugt nicht von Meinungsverschiedenheiten, sondern von einem Glaubenskrieg: Werden die wirtschaftlichen Zahlen von SpaceX heute bewertet, liegen sie eher bei einem Wert von 60 Dollar. Anders denken Anlegerinnen, die auf eine Zukunft hoffen, in der Starship seine Startkosten um 99 Prozent senken und SpaceX zu einer hochfrequenten orbitalen Transportinfrastruktur für KI-Datenzentren wird.