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Das Wirtschaftsmagazin

Projekt 2025: Vom Albtraum zur Realität

2025 hat Trump begonnen, die USA und die Welt umzugestalten. Wer ihn aufhalten will, muss das »Project 2025« verstehen.

4 Minuten Lesedauer

Collage: Surplus, Material: IMAGO / UPI Photo

2025 war geprägt vom Trump-Schock: Es gab eine beispiellose Welle extremer Brutalität, unverhohlenen Nationalismus und massiven Rohstoffabbaus, wie es die Welt seit 1945 nicht mehr erlebt hatte. Um besser zu verstehen, wie all dies möglich wurde und wie man in Zukunft damit umgehen kann, sollte man zunächst zu den Ursprüngen zurückkehren.

Das heißt: zu Project 2025, einem 920-seitigen Bericht, veröffentlicht im Jahr 2023 von der Heritage Foundation, dem einflussreichsten konservativen Thinktank in Washington. Im Bericht wird Ministerium für Ministerium (Sicherheit, Migration, Bildung, Energie, Handel und so weiter) die Strategie dargelegt, die nach der für Januar 2025 angestrebten Machtübernahme zu verfolgen sei. Das geht sogar so weit, Inhalte und Zeitpläne für »Executive Orders« festzulegen – jener Präsidialdekrete, die Donald Trump seit seiner Amtseinführung tatsächlich in großer Zahl und mit viel Öffentlichkeitswirksamkeit unterzeichnet hat. Project 2025 stützt sich auf die Arbeit von hunderten konservativen Fachleuten – so bezeichnen sie sich jedenfalls selbst –, die von dieser hochdotierten Stiftung (gefördert von zahlreichen Unternehmen und Milliardären) zusammengebracht wurden.

Was beim heutigen Lesen des Berichts am meisten auffällt, ist das Ausmaß der technischen, politischen und ideologischen Vorbereitung im Hintergrund der Trump-Regierung. Durch sie konnten im Laufe des vergangenen Jahres die im Rahmen von Project 2025 festgelegten Pläne nahezu buchstabengetreu umgesetzt werden. Dementsprechend ähnelt auch die neue Doktrin zur nationalen Sicherheit, die kürzlich von Weißen Haus veröffentlicht wurde, den im Bericht beschriebenen Ansätzen.

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Thomas Piketty

Thomas Piketty ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Paris School of Economics und schreibt die Kolumne »Pikettys Perspektive« bei Surplus.

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