Eine Milliarde Euro schüttet die Vonovia dieses Jahr an ihre Aktionäre aus. Dafür bezahlen die Mietenden der knapp 500.000 Wohnungen des Konzerns in Deutschland: 166 Euro, jeden Monat. Das bedeutet auch, dass die Miete bei Vonovia im Schnitt um 166 Euro im Monat günstiger sein könnte, wenn sich keine Dritten bereichern würden.
»Ohne Aktionäre würde es diese Wohnungen gar nicht geben, weil Vonovia kein Geld hätte, um Wohnungen zu bauen«, schreibt ein User auf Threads unter einen Post der Partei Die Linke. Das Argument ist altbekannt: Investoren und Investorinnen schaffen Wohnraum. Doch das ist so nicht ganz richtig. Die Vonovia beispielsweise schafft keine günstigen Mietwohnungen in nennenswerter Größenordnung. Die allermeisten Wohnungen der Vonovia gab es bereits, bevor sich Aktionäre von jedem Euro Miete rund 30 Cent eingesteckt haben. Denn sowohl die Vonovia als auch ihre Vorgängerin, die Deutsche Annington, haben vor allem Wohnungen gekauft. Nicht gebaut. Die Wohnungen waren also auch schon ohne die Aktionäre da. Und auch aktuell glänzt die Vonovia keinesfalls mit Neubau. Bis 2025 hatte der Immobilienriese den Neubau für zwei Jahre komplett auf Eis gelegt, für 2025 waren dann 3000 Wohnungen angekündigt, aber nur 2090 wurden fertiggestellt. Gemessen an den Größenordnungen des Konzerns ist das nicht gerade beeindruckend.
