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Das Wirtschaftsmagazin

Profite für die Konzerne, Katastrophen für die Allgemeinheit

Südeuropa steht in Flammen. Das Feuer zerstört zu Hause, Hab und Gut tausender Familien. Für fossile Konzerne ist das ein bloßer Kollateralschaden.

4 Minuten Lesedauer
Löschfahrzeug und Einsatzkräfte in Südfrankreich. Rauch im Hintergrund. Credit: IMAGO/ABACAPRESS.
Die Flammen in Südeuropa fressen alles außer die Milliardengewinne fossiler Konzerne. Credit: IMAGO/ABACAPRESS.

Am Samstagmorgen vorletzte Woche wurde ich aus meinem Zuhause in der Metropolregion Bordeaux im Südwesten Frankreichs evakuiert. Der Himmel war schwarz, die Luft mit Asche beschwert, und überall um mich herum sammelten Menschen ihre Habseligkeiten ein und stiegen in ihre Autos. Sie flohen aus den Vororten und von der Küste, trugen das Wenige bei sich, das sie mitnehmen konnten, und in ihren Gesichtern stand diese ganz besondere Angst, nicht zu wissen, ob es überhaupt noch ein Zuhause geben würde, in das sie zurückkehren könnten.

Ich bin eine Tochter dieser Region. Als Kind von Kriegsflüchtlingen – nicht ganz Französin, nicht ganz Algerierin, aber ganz und gar in diesem Boden verwurzelt – habe ich hier meine Identität gefunden, zwischen den Kiefern des Landes und den langen gelben Stränden der Gironde. Auf Ausflügen mit meiner öffentlichen Schule lernte ich, die Bäume zu benennen, das Ökosystem zu verstehen und es zu lieben. Unsere regionale Identität, die heute in Frankreich ums Überleben kämpft, ist untrennbar mit diesen Wäldern, diesen Seen, diesem Wasser verbunden. Sie fließen in unseren Adern und verbinden uns fester mit unserem Land als jede Flagge oder jeder Reisepass. Die Zähigkeit unserer Vorfahren und ihre Großzügigkeit wurden in den Weinbergen unseres wunderschönen Südwestens geschmiedet – jenem Land, in dem unser »Terroir« (unser Ortsgefühl), unsere Mythen und Legenden entstanden sind und in dem unsere Bäche nun versiegen.

Wie könnte ich da nicht wütend sein? Während ich dies schreibe, wurden allein in der Region Gironde mehr als 220.000 Menschen evakuiert, und nach Angaben der regionalen Behörden wurden mindestens 240 Häuser zerstört. Viele unserer Brüder, Onkel und Väter haben sich den Reihen der Feuerwehrleute und Landwirte angeschlossen, die den Flammen trotzen, die unser Land und mit ihm unsere Erinnerungen verschlingen.

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