In blauen Anzügen und braunen Lederschuhen stehen die Herren des Abends an Stehtischen und plaudern. Zwischen ihnen, etwas vereinzelter, Frauen in cremefarbenen Blusen. Geschäftsmäßig soll es zugehen, denn die AfD-Bundestagsfraktion hat zum Wirtschaftsgipfel ins Paul-Löbe-Haus eingeladen. Der 2. Unternehmertag soll sich an die »wertschöpfende Bevölkerung« richten und ein Programm vorlegen, wie die Handwerksbetriebe und der Mittelstand – das »Rückgrat der deutschen Wirtschaft« – wieder auf Kurs kommen. Doch im Mittelpunkt steht die Krise. Der Abend zeichnet ein Bild der deutschen Wirtschaft in den düstersten aller Farben. Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die die Stimmung aufhellen könnten, bleiben jedoch bestenfalls vage. Leider hätten auch viele der Podiumsgäste kurzfristig absagen müssen, auf Druck ihrer Führungsetagen hin.
Die einzigen externen Gäste, die sich auf das Podium trauen, erzählen von der Gründung der Grünen durch die amerikanische Wirtschaftslobby und präsentieren Wirtschaftsdaten, die ihnen eigenen Aussagen zufolge der Chatbot geliefert hat. An diesem Abend zeigt sich: Die wirtschaftspolitischen Positionen der AfD sind nicht einfach neoliberal oder konservativ. Sie entbehren jeder Sachkenntnis.