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Das Wirtschaftsmagazin

Ist China allen überlegen?

Staatlich gelenktes Wachstum versus Krise des Kapitalismus: China hält sich für geopolitisch und ökonomisch ebenbürtig mit den USA. Doch das ist voreilig.

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Der chinesische Präsident Xi Jinping (r.) und US-Präsident Donald Trump in Peking, China. Credit: IMAGO/ZUMA Press Wire
Ebenbürtig? Der chinesische Präsident Xi Jinping (r.) und US-Präsident Donald Trump in Peking. Credit: IMAGO/ZUMA Press Wire

Vor wenigen Wochen während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China gewesen zu sein, war eine faszinierende Erfahrung. Der Kontrast zu den offiziellen Berichten über Trumps Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wurde dabei unmittelbar deutlich. Trump bezeichnete den Gipfel, wie es seiner Art entspricht, als »unglaublich« und behauptete, er habe »einige fantastische Handelsabkommen« hervorgebracht. China seinerseits dämpfte die Erwartungen rasch und betonte, es habe sich um bloße Vorgespräche gehandelt und beide Länder hätten sich lediglich darauf geeinigt, Investitions- und Handelsgremien für weitere, produktspezifische Verhandlungen einzurichten.

Die Unterschiede waren nicht bloß stilistischer Natur. Während laut der Erklärung des Weißen Hauses nach dem Gipfel »beide Länder übereinstimmten, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzen darf«, erwähnte das chinesische Außenministerium dies nicht und betonte, der Krieg »hätte niemals stattfinden dürfen« und es gäbe »keinen Grund, ihn fortzusetzen«.

Stattdessen bezeichneten sowohl Xi als auch das chinesische Außenministerium Taiwan als das zentrale Thema, wobei das Ministerium erklärte, dass Chinas Beziehung zu den USA »richtig gehandhabt … stabil sein wird und beide Seiten mehr Energie darauf verwenden können, eine beiderseits vorteilhafte Zusammenarbeit voranzutreiben«. Andernfalls, so warnte es, »wird es zu Zusammenstößen und sogar Konflikten zwischen beiden Ländern kommen, und die gesamte Beziehung wird in großer Gefahr sein«. Die offizielle Erklärung der Trump-Regierung wiederum vermied das Thema Taiwan gänzlich, und Trump selbst wich Fragen dazu aus.

Selbstbewusstes China

Noch aufschlussreicher als die offiziellen Darstellungen war freilich die Reaktion chinesischer Analysten und Wissenschaftler. Ihre Haltung gegenüber dem, was westliche Medien als bedeutendes diplomatisches Ereignis darstellten, reichte von Gleichgültigkeit bis hin zu Verachtung. Mehrere Personen, mit denen ich sprach, betrachteten den Besuch als politisches Theater – als sorgfältig inszenierte Übung, die darauf zielte, Trumps Eitelkeit und seine Vorliebe für pompöse Inszenierung zu befriedigen. Die einzig wichtige Erkenntnis war nach Ansicht vieler chinesischer Beobachter das implizite Eingeständnis der USA, dass China den USA inzwischen wirtschaftlich und geopolitisch ebenbürtig sei.

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Jayati Ghosh

Jayati Ghosh ist Entwicklungsökonomin und Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Massachusetts Amherst, USA.

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