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Das Wirtschaftsmagazin

Kommt der Aufschwung?+ Ernteausfällen drohen + Urlaubsgeld gegen Urlaubsarmut

Die wichtigsten Wirtschaftsfragen dieser Woche sind: Was kostet uns die Trockenheit? Und wer kann es sich noch leisten, Urlaub zu machen?

4 Minuten Lesedauer
Rissiger, ausgetrockneter Boden. Credit: IMAGO/Rene Traut.
Symbolbild zu ausgetrockneten Böden. Credit: IMAGO/Rene Traut.

Guten Morgen,

auch diese Woche richtet sich unser Blick auf die Folgen des Klimawandels und darauf, wer besonders unter ihnen leidet. Die wirtschaftlich wichtigsten Themen und Termine der Woche sind: 

  • Dienstag, 18. August: Kommt der Aufschwung?
  • Dienstag, 18. August: Ernteschätzung Äpfel und Pflaumen 
  • Urlaub: Eine Frage des Geldes

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Dienstag, 18. August: Kommt der Aufschwung?

Am Dienstag wird das ZEW (Leibniz-Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) die Konjunkturerwartungen für August veröffentlichen.

Grafik: ZEW-Konjunkturerwartungen


Erwartet wird, dass der bereits gestiegene Index weiter steigen wird: Von 26,3 Punkten soll er demnach im August auf 30 Punkte steigen. Die Umfrage basiert auf Befragungen von 300 Expertinnen und Experten aus Banken, Versicherungen, Finanzabteilungen und ausgewählten Großunternehmen.

Was, wenn plötzlich Aufschwung wäre?
Neoliberale behaupten, ohne »schmerzhafte Strukturreformen« könne es keinen Aufschwung der deutschen Wirtschaft geben. Doch auch ganz ohne solche Reformen mehren sich aktuell die positiven Zeichen.

Dienstag, 18. August: Ernteschätzung Äpfel und Pflaumen 

600 Millionen Euro – diese Zahl veröffentlichte der Deutsche Raiffeisenverband, der die genossenschaftlich organisierten Agrarunternehmen in Deutschland vertritt, vergangene Woche. Die Summe beschreibt die geschätzten Einnahmeverluste bei Raps und Getreide durch Hitze und Trockenheit in diesem Sommer. Weitere Zahlen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels werden am Mittwoch veröffentlicht. Dann wird es erste Ernteschätzungen zu Äpfeln und Pflaumen geben, den wichtigsten Früchten im Obstanbau in Deutschland.

Diese Entwicklung hängt mit der Beschaffenheit des Bodens zusammen. Vor allem sandige Böden verlieren besonders schnell Wasser, während humusreiche Böden wie Schwämme funktionieren und Wasser langfristiger halten können. Insbesondere im ökologischen Landbau wird Humus unter deutlich weniger Einsatz von Treibhausgasen oder Stickstoff, der in großen Mengen Gewässer verunreinigt, aufgebaut. Die Krux: Das Wachstum an Flächen, die ökologisch bewirtschaftet werden, stagniert seit einigen Jahren. Um gerade einmal 0,9 Prozent wuchs die Fläche im vergangenen Jahr. »Ein Grund ist die Ambitionslosigkeit der Politik beim notwendigen Umbau und Unklarheiten bei der künftigen Förderung über die EU-Agrarpolitik (GAP)«, teilte Peter Röhring, Vorstand des Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Surplus mit. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) habe zuletzt vorgeschlagen, »bei der Bio-Forschung zu kürzen, und das, obwohl im Koalitionsvertrag das Gegenteil vereinbart ist«, kritisierte Röhring. Zugleich steige die Nachfrage jedoch, was sich an einem Umsatzplus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erkennen lasse. 

Infografik: Umwandlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Öko-Landbau.

Urlaub: Eine Frage des Geldes

Der Hochsommer ist da. Wer würde bei mancherorts gar 40 Grad nicht gerne die Koffer packen und ans Meer fahren? Würde. Denn 21 Prozent der Menschen in Deutschland konnten es sich nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 2025 nicht leisten, eine Woche zu verreisen. Das sind 17,3 Millionen Menschen.

Besonders häufig betroffen sind Alleinerziehende, unter denen 39 Prozent angaben, sich eine Woche Urlaub nicht leisten zu können. Und bei diesen Zahlen geht es nur um eine Urlaubswoche: Die Zahlen jener, die sich keinen zweiwöchigen Sommerurlaub leisten können, dürften noch einmal dramatisch darüber liegen.

Ein Schritt in die richtige Richtung liegt dabei auf der Hand: Die Unternehmen werden gesetzlich verpflichtet, ein Urlaubsgeld zu bezahlen. Nur 44 Prozent der Beschäftigten bekommen ein Urlaubsgeld – und zwar eher jene, die in größeren, tarifgebundenen Unternehmen arbeiten. Eine Urlaubsgeldpflicht würde ganz gezielt am unteren Ende helfen.


Weitere wichtige Wirtschaftstermine dieser Woche:

  • Dienstag, 18. August: Pressekonferenz Deutscher Bauernverband zur Erntebilanz 2026
  • Mittwoch, 19. August: Pressekonferenz des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen zur künftigen Entwicklung des Unternehmens und Chemiestandorts, Vorstellung einer ifo-Studie zur Wirkung der Zusammenlegung von Sozialleistungen auf die Armutsbekämpfung
  • Donnerstag, 20. August: Vorstellung des Ausbildungsreports 2026 der DGB-Jugend, Erzeugerpreisindex
  • Freitag, 21. August: HCOB Einkaufsmanagerindex (EMI)


Ich hoffe, dass Dir dieser Newsletter einen guten Überblick über die kommende Woche gegeben hat. Falls er Dir gefallen hat, schick diesen Newsletter gerne weiter oder schick mir Feedback, wie er noch besser werden könnte. 

Einen guten Start in die Woche 

Lukas Scholle

Lukas Scholle

Lukas Scholle ist Ökonom, Gründer und Chefredakteur von Surplus.

#9 – Der Preis des Krieges

Der nächste Preisschock ist da. Statt Kürzungen brauchen wir Entlastungen.

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