Social-Media-Finanzcoaches (m/w/d), auch »Finfluencer« genannt, gibt es in jedem Bereich, in dem durch Geldanlage Rendite gemacht werden kann. So weit, so normal, müssen wir doch alle in unserer kapitalistisch organisierten Gesellschaft ständig dafür sorgen, dass unser Erspartes sich vermehrt beziehungsweise durch Inflation nicht an Wert verliert. Und daraus machen Leute eben ein Business. Finfluencern eilt aber ein unseriöser Ruf voraus. Auch diejenigen mit Expertise werden schnell als Scammer abgestempelt oder aufgrund ihrer Tätigkeitsplattform (Instagram, TikTok, YouTube) belächelt. Banken und Finanzdienstleister genießen dagegen ungebrochen einen enormen Vertrauensvorschuss, obwohl diese eigene überteuerte Sparverträge vermitteln oder für die Vermittlung Provision kassieren, anstatt unabhängig angebotsübergreifend zu beraten. Die Beratung von Banken-Bernd, bei dem schon die Eltern waren, wirkt selbstverständlich vertrauenswürdig.
Die Arbeit von Finfluencern wird vor allem dann kritisiert, wenn es Skandale rund um betrügerische Angebote von Krypto-Bros und Immobilien-Yuppies gibt. Bei jedem Einzeleklat wird die gesamte Bandbreite der auf Social Media aktiven Finanzberater und -beraterinnen als unprofessionelle Szene gekennzeichnet.
Ein entscheidender Unterschied zwischen traditioneller und moderner Beratung ist, dass heutzutage häufig auch der selbstständige Umgang mit Finanzen geschult wird. Das ist durch Onlinebroker und bankenübergreifende Angebote möglich. Über ein gutes Finanz-Onlinecoaching hat man die Möglichkeit, allein oder in der Gruppe etwas über D.I.Y.-Geldanlage oder Investitionen zu lernen. Das ist eigentlich eine gute Sache. Denn es ist sowieso sinnvoller, Anlageklassen und ihre Umsetzung selbst anzuschauen, als sich fertige To-go-Produkte andrehen zu lassen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten.
Red Flags bei Finfluencern
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