Deutschland hat es übertrieben mit den Regeln beim Neubau, da sind sich wohl die meisten einig. Hoher Komfort sei zum Standard erhoben worden, was unnötige Kosten verursache, heißt es in der Debatte immer wieder. Nun legt das Bundesjustizministerium in enger Absprache mit Bauministerin Verena Hubertz (SPD) einen Gesetzesentwurf vor, der das ändern soll. Auf der Website ihres Ministeriums liest sich die Verkündung wie der große Wurf: Mit dem sogenannten »Gebäudetyp E« sollen sich die Beteiligten bei Neubauvorhaben auf geringere Standards einigen können. Gespart werden kann dann beispielsweise an der Anzahl der Steckdosen, dem Schallschutz oder der Deckenhöhe. Planung und Bauen sollen damit schneller und kostengünstiger gelingen.
»Jeder Euro, den wir nicht in überflüssige Standards stecken, ist ein Euro für mehr bezahlbaren Wohnraum«, lässt sich die Ministerin zitieren. Das sollte irritieren. Schließlich gibt es keine rationale Grundlage für die Annahme, dass die Immobilienbranche gemeinwohlorientiert handeln und die gesunkenen Kosten weitergeben wird. Trotzdem davon auszugehen, dass dadurch die Mieten sinken würden, wirkt mindestens naiv und im schlimmsten Fall ignorant. Sicher ist jedenfalls, dass dabei eine ziemlich einfältige Wohnungspolitik herauskommt.
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