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Das Wirtschaftsmagazin

Es gibt sie, die guten Nachrichten…

Weltweit gibt es immer wieder Beispiele für wirtschaftliche Erfolge. Ob beim Klima, der Besteuerung von Superreichen oder in der Kultur – wir zeigen eine Auswahl. 

2 Minuten Lesedauer

Collage: Surplus

Mamdani will es machen, aber Massachusetts did it first

Drei Jahre nach der Einführung einer Millionärssteuer im US-Bundesstaat Massachusetts sprechen Expertinnen und Experten von einem Erfolg. Seitdem ab 2023 eine vierprozentige Steuer auf Einkommen über 1 Million Dollar fällig wird, hat der Bundesstaat insgesamt fast 6 Milliarden US-Dollar zusätzlich eingenommen – und damit Infrastrukturprojekte sowie das Schulsystem zweckgebunden finanziert. Zu einem Massenexodus von Millionären und Milliardären ist es nicht gekommen, im Gegenteil: Die Gruppe der von der Steuer Betroffenen ist sogar gewachsen. Auch Kalifornien will Milliardäre künftig mit einer Steuer in Höhe von 5 Prozent besteuern.

Ein Land hat es verstanden

Uruguay versorgt sich mittlerweile zu 90 Prozent mit erneuerbaren Energien und ist damit zum globalen Spitzenreiter geworden. Tageweise bezog das Land im vergangenen Jahr sogar 100 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen. Nach einer tiefen Energiekrise im Jahr 2008, als die bestehende Infrastruktur nicht mehr dem Energiebedarf der wachsenden Wirtschaft hinterherkam und der Strom häufig ausfiel, entschied sich das Land, autark zu werden und massenweise in Wind, Wasser und Sonne zu investieren – mit Erfolg.

Pubs nehmen den Kampf gegen die Vereinzelung auf

Gegen Einsamkeit und Kneipensterben: In Großbritannien bekommen Gemeinden mehr Rechte, um sterbende Kneipen und andere Orte wie Geschäfte und andere soziale Treffpunkte zu retten. Sie haben fortan das erste Kaufrecht, wenn ein Laden dichtmacht. Dann sind zwölf Monate Zeit, um sich um die Finanzierung zu kümmern. Die lokalen Behörden erhalten während des Übernahmeprozesses zudem mehr Befugnisse. Cheers!

In der Pause einfach mal die Oma anrufen

In Schweden dürfen Arbeitnehmende einer Apothekenkette im Rahmen eines Pilotprojekts künftig eine »Freundschaftszeit« während ihrer offiziellen Arbeitszeit nehmen. Das Land will die Einsamkeit bekämpfen und hat dafür eine nationale Strategie entwickelt. Von diesem Pilotprojekt, bei dem sich Angestellte auch mal Zeit für einen Sportkurs oder ein Telefonat mit Familie oder Freunden nehmen können, erhofft man sich mehr Zufriedenheit und Gesundheit.

Kunst und Kultur gibt’s nicht für umme

Irland führt ein bedingungsloses Einkommen für Künstlerinnen und Künstler ein, das »Basic Income for Artists«. Ab September 2026 sollen Kreative, ob in Kunst, Theater, Literatur, Musik, Tanz oder Architektur, sich bewerben können, um wöchentlich 325 Euro ausgezahlt zu bekommen. Dem ging ein Pilotprojekt von 2022 bis 2025 mit 2.000 Teilnehmenden voraus. Das offizielle Ergebnis: Für jeden Euro öffentlichen Geldes, der für das Künstlergrundeinkommen ausgegeben wurde, bekam die Gesellschaft 1,39 Euro zurück. 

Ein kleiner Preis für eine große Wirkung

Anfang 2025 hat der Bundesstaat New York für die berühmte Insel Manhattan eine »Staubepreisung« (congestion pricing) eingeführt. Eine Studie der Universitäten Stanford und Yale in Zusammenarbeit mit Google hat die positiven Effekte dieser Maßnahme bestätigt: Die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit ist um 15 Prozent gestiegen, zur Rushhour und auf stark befahrenen Straßen noch stärker. Hingegen ist der CO₂‑Ausstoß um 2 bis 3 Prozent gefallen, die Anzahl der Autounfälle um 50 Prozent. Während Lärmbeschwerden wegen Hupen um 69 Prozent zurückgingen, stiegen Broadway-Besuche um 21 und Restaurantbesuche um 7 Prozent.

Xenia Miller

Xenia Miller ist Online-Chefin vom Dienst (CvD) bei Surplus. Sie hat Politikwissenschaften, Soziologie und Politische Theorie studiert und bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gearbeitet.

#7 – Machtkampf um KI

Tech-Oligarchen kämpfen um die Vormacht über Künstliche Intelligenz. Den Preis zahlen wir alle.

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