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Das Wirtschaftsmagazin

Mieten zu hoch: Nachfrage nach Mietwohnungen sinkt

Immer weniger Menschen suchen nach einer neuen Wohnung, die Preise sind zu hoch. Der Wohnungsmarkt ist ungerecht und funktioniert nicht mehr.

3 Minuten Lesedauer

Collage: Surplus, Material: IMAGO/Sven Simon/Rüdiger Wölk

Aus Sorge um die kriselnde Wirtschaft und die eigenen Einkommen suchen weniger Menschen in Deutschland Mietwohnungen. Im vierten Quartal 2025 sei die Nachfrage deutlich stärker gefallen als sonst zum Jahresende üblich, zeigt eine neue Studie des Portals Immoscout24.

»Wir beobachten, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen«, sagte Geschäftsführerin Gesa Crockford. »Das lässt sich auf die stetig steigenden Mieten und die unsichere Wirtschaftslage zurückführen.« Angesichts der schlechten Konjunktur sei die Einkommenserwartung der Menschen gesunken, das trübe die Konsumlaune. Zugleich sei die Sparneigung »unglaublich hoch«.

Konkret sei das Interesse an Mietwohnungen in den acht Metropolen, darunter Berlin, München und Hamburg, im vierten Quartal um 16 Prozent gegenüber dem dritten Quartal gefallen. In den kreisfreien Städten verzeichnete Immoscout24 einen Rückgang um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und im ländlichen Raum um 20 Prozent.

Auch Arbeitsmarkt und weniger Zuwanderung wirkt sich aus

Auch in den Vorjahren sei die Nachfrage im vierten Quartal zurückgegangen – jedoch deutlich weniger um 3 bis 13 Prozent. Die Nachfrage nach Mietwohnungen sei aber weiter hoch und liege deutlich über dem Vor-Corona-Niveau.

Die rückläufige Nachfrage habe zwei Ursachen, sagt Tobias Just, Professor für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. »Zum einen führt die Eintrübung am Arbeitsmarkt dazu, dass vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen vorsichtiger agieren und arbeitsbezogene Umzüge weniger stattfinden. Zum anderen sinkt durch weniger Zuwanderung die Zahl der Wohnungssuchenden insgesamt.«

Zugleich sind Immoscout24 zufolge die Angebotsmieten für Bestandswohnungen im vierten Quartal bundesweit weiter gestiegen: um ein Prozent zum Vorquartal und um 3,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Ähnlich sehe es bei Neubauwohnungen aus (plus 0,5 Prozent und plus 3,7 Prozent).

Immoscout24 stützt sich laut eigenen Angaben bei seinem Wohnbarometer auf 8,5 Millionen Inserate in den letzten fünf Jahren auf dem Portal. Die Nachfrage nach Mietwohnungen wird durch die Klicks auf Inserate gemessen. Betrachtet werden Angebotsmieten, keine Abschlüsse. Angesichts des engen Mietmarkts haben Wohnungssuchende in der Regel aber kaum Spielraum für Verhandlungen.


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