Die SPD-Politikerin Elisabeth Kaiser ist seit Mai 2025 Ostbeauftragte der Bundesregierung. Gebürtig aus Gera vertritt sie seit fast zehn Jahren Ost-Interessen auf Bundesebene. Im Interview mit Matthias Ubl erklärt sie, wo die Bundesregierung den rechten Aufstieg mitverantwortet und wie kluge Wirtschaftspolitik dem etwas entgegensetzen kann.
Matthias Ubl: Frau Kaiser, der Reformkurs der Regierung hat den Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt mit befeuert. Ist die SPD mitverantwortlich für den Aufstieg der AfD?
Elisabeth Kaiser: Der Trend, Populisten zu wählen, ist nicht neu. Wir sehen das seit über zehn Jahren. Wenn Menschen unsicher sind, wenn sie Angst um ihren sozialen Status haben, wenn ihnen finanzielle Ressourcen und Bildungsressourcen fehlen und ein stabiles soziales Umfeld – auch was die Infrastruktur angeht –, dann sind sie anfälliger für einfache Antworten und populistische Erzählungen. Und da verfängt die AfD.