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Sachsen-Anhalt: Aufstand im Abseits?

Die AfD könnte Sachsen-Anhalt in den Abgrund stürzen. Doch Unzufriedenheit, auf die die Partei setzt, haben Bund und Land über Jahre mitproduziert.

5 Minuten Lesedauer
Zwei ältere Frauen laufen auf der Straße, am Rand viele Wahlplakate von AfD, BSW und Co. Credit: IMAGO/Jan Huebner
In welche Richtung bewegt sich Sachsen-Anhalt? Credit: IMAGO/Jan Huebner.

Es ist so weit: Sachsen-Anhalt wählt heute einen neuen Landtag. Mit der Drohkulisse, damit die erste AfD-Landesregierung ins Amt zu heben, sorgte das 2-Millionen-Einwohner große Bundesland in den vergangenen Wochen für reichlich Furore. Forschungsinstitute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) übten sich in Appellen an die Vernunft der Wähler: »Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen in starken AfD-Regionen verständlich ist, würden sie sich mit der Wahl der AfD selbst am meisten schaden.« Denn sollte die Partei all ihre Maximalforderungen durchsetzen, bedeutete dies einen Verlust von 1600 Euro an Einkommen jährlich pro Kopf für die Menschen in Sachsen-Anhalt, rechneten die Ökonomen des Instituts vor. Zudem könnten 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz, angesichts miserabler Beliebtheitswerte insgesamt recht zurückhaltend im Wahlkampf, ließ sich in Quedlinburg dann doch zu einer Warnung hinreißen: Sachsen-Anhalt dürfe kein »Experimentierfeld für Wutbürger« werden, mahnte er. Das schade den Sachsen-Anhaltinern am Ende. Die Wut des Bundeslandes im Osten kommt indes nicht von ungefähr. Hinzu kommt: Nicht nur die vergangenen Landesregierungen, auch der Bund verantwortet sie mit.

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