Fast zwei Drittel der Arbeiter in Sachsen-Anhalt haben AfD gewählt, vor fünf Jahren war es ein Drittel. Das Wahlprogramm der Partei kostet mindestens 1,6 Milliarden Euro im Jahr, gegenfinanziert sind davon weniger als zehn Cent pro Euro. Und Ulrich Siegmund bedankt sich am Wahlabend bei Friedrich Merz für dessen Wahlkampf.
Für Patrick Kaczmarczyk ist das kein Widerspruch, sondern die Logik einer Politik, die seit sechs Jahren Krise verwaltet: Die AfD braucht keine Lösungen, solange die anderen keine liefern. Er erklärt, warum die Partei ohne eigene Mehrheit in der bequemsten Position ist, wer von ihren Steuerplänen tatsächlich profitiert und was die Union mit ihren Bürgergeld-Rechnungen vorgemacht hat.

Transkript
Einspieler Ulrich Siegmund (AfD): Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten. Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben. Das muss man ganz deutlich so sagen. Die Menschen haben hier in Sachsen-Anhalt ein ganz klares politisches Zeichen ausgesprochen.
Ciara Cesaro-Tadic: Das hat der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gestern Abend gesagt, und zwar schon bei den ersten Hochrechnungen um 18 Uhr. Denn da war schon klar: Die AfD liegt mit weitem Abstand vorn. In den Stunden danach hat sich dieses Bild dann bestätigt. Laut dem vorläufigen Endergebnis bekommt die AfD knapp 44 Prozent aller Stimmen. Das bedeutet, dass knapp jede zweite Person eine Partei gewählt hat, die vom Verfassungsschutz in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Wie es genau weitergeht und ob die AfD dann tatsächlich in Sachsen-Anhalt regieren wird, das ist gerade noch nicht ganz klar. Es gibt nämlich auch noch ein paar andere Optionen. Die wollen wir jetzt aber gerade gar nicht diskutieren. Wir wollen heute stattdessen für euch einordnen, was der Wahlerfolg der AfD wirtschaftspolitisch bedeutet – sowohl für die Menschen in Sachsen-Anhalt als auch für alle Menschen in ganz Deutschland. Und wir wollen auch darüber sprechen, warum so viele Arbeiter und Arbeiterinnen die AfD gewählt haben. Denn die profitieren wahrscheinlich am wenigsten von deren wirtschaftlichen Plänen.
Dafür habe ich mir Patrick Kaczmarczyk an die Seite geholt. Er ist Ökonom und Redakteur bei Surplus, und ich bin Ciara Cesaro-Tadic. Ich freue mich, dass ihr dabei seid, weil die Lage sich ab jetzt sehr, sehr schnell entwickeln kann. Eine kleine Anmerkung: Wir nehmen heute, am Montag, den 7.9., um 9:30 Uhr auf. Was danach passiert, dafür können wir keine Garantie übernehmen. Habt das einfach die ganze Folge im Hinterkopf.
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