In Frankreich gehen Hunderttausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Seit Macrons Amtsantritt sind die Ausgaben pro Schüler in Frankreich um rund 20 Prozent gesunken, rechnet Thomas Piketty in seiner Surplus-Kolumne vor. Rund zehn Prozent des Unterrichts fallen ersatzlos aus. Und für den 31. Oktober sind Schülerproteste auch in Deutschland angekündigt. Adam Tooze ordnet ein, was hinter der Misere steckt und wie Europa seine Schulen finanzieren könnte – und, ob Le Pen oder Mélenchon von den Protesten profitieren.

Transkript
Lukas Scholle: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Video hier bei Surplus. Mein Name ist Lukas Scholle, und ich habe mit einem unserer Herausgeber, Adam Tooze, über die Schülerproteste gesprochen, die wir kürzlich in Frankreich gesehen haben und die wir vielleicht auch in Deutschland bald sehen werden.
Hi Adam. In den letzten Wochen gab es ja einige Proteste, Schülerproteste in Frankreich. Und jetzt sind solche Schülerproteste auch in Deutschland angekündigt, für den 31. Oktober. Diese Schülerproteste haben es in sich, in vielerlei Hinsicht: im Ausmaß, im Volumen, auch im sozusagen gewalttätigen Anteil, der dann vielleicht nicht mehr den Schülerprotesten zuzurechnen ist. Aber vor allem haben sie ja auch einen ökonomischen Ursprung, und das ist für uns ja das besonders Spannende, weil dieser ökonomische Ursprung auf einige Kürzungen im französischen Schulsystem zurückgeht. Kannst du uns einen Überblick geben, wie diese Kürzungen aussahen?
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