Der Bestand an Sozialwohnungen hat sich nach Angaben der Bundesregierung auch im Jahr 2025 verringert. Gefördert wurde der Neubau von rund 27.000 Mietwohnungen – das sind zwei Prozent mehr als noch im Jahr 2024, wie das Bauministerium auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay mitteilte. Dazu kamen rund 4.700 neue Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende. Zugleich fielen jedoch mehr als 57.000 Einheiten aus der Sozialbindung.
Der Verlust trifft auf einen ohnehin angespannten Wohnungsmarkt. Bundesweit fehlen inzwischen rund 1,4 Millionen Wohnungen, vor allem für mittlere und geringe Einkommen bezahlbare. Das geht aus dem »Sozialen Wohn-Monitor 2026« des Pestel-Instituts hervor, der im Januar vorgestellt wurde. Damit hat das Wohnungsdefizit ein Rekordhoch erreicht. Rund die Hälfte der bundesweit 23 Millionen Mieterhaushalte hat aufgrund ihres Einkommens Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Um das Defizit bis 2030 abzubauen, müssten laut Pestel-Institut jährlich rund 400.000 Wohnungen neu gebaut werden.
Sozialbindungen laufen aus
Auch zusätzliche Maßnahmen wie die Verlängerung bestehender Belegungsbindungen konnten das Minus im Bestand der Sozialwohnungen nicht ausgleichen: Ende 2025 standen damit rund 20.000 weniger zur Verfügung als ein Jahr zuvor. Zum Jahresende 2024 waren bundesweit noch etwa 1,05 Millionen solcher Wohnungen erfasst. Sie wurden mit staatlicher Förderung gebaut oder modernisiert und müssen dafür bis zu 30 Jahre günstige Mieten bieten. Läuft diese Frist ab, entfallen die Auflagen.

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will den Abwärtstrend umkehren und dafür bis 2029 allein beim Bund 23,5 Milliarden Euro bereitstellen. Noch gleicht der Neubau den Verlust älterer Sozialwohnungen vielerorts aber nicht aus.
Besonders groß war die Lücke in Nordrhein-Westfalen: Nach Angaben des Bundesministeriums entstanden dort im vergangenen Jahr rund 6800 Sozialwohnungen und rund 1100 Wohnheimplätze. Demgegenüber fielen rund 26.400 Einheiten aus der Bindung, womit sich ein Minus von rund 18.500 Wohnungen ergibt. In Berlin lag der Rückgang bei knapp 3000, in Bayern bei rund 2800. Einige Länder schafften unterm Strich aber einen Zuwachs. Am besten schnitt Baden-Württemberg mit rund 3000 zusätzlichen Einheiten ab, Niedersachsen verzeichnete ein Plus von 1.240, Sachsen 944.
Insgesamt steckt der Wohnungsbau allerdings in der Krise. Im Jahr 2025 wurden bundesweit nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang um 18 Prozent gegenüber 2024, wie das Statistische Bundesamt im Mai mitteilte. Damit markiert 2025 den tiefsten Stand seit 2012.
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