Die vielbeschworene »Zeitenwende« stellt eine gigantische Herausforderung für die EU-Staaten dar. Ausgerechnet während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stellen die USA unter Donald Trump wiederholt ihre Bündnistreue innerhalb der NATO infrage. Zeitgleich führt Donald Trump einen Zollkrieg auch gegen seine wichtigsten politischen und ökonomischen Verbündeten. Schließlich hat die EU gegenüber China massiv an technologischer Wettbewerbsfähigkeit verloren und wird zudem durch subventionierte chinesische Produkte unter Druck gesetzt. Einzelne Länder haben diesen Herausforderungen offensichtlich wenig entgegenzusetzen.
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Konsequenterweise fordern die EU-Staaten daher fast unisono eine Stärkung des Staatenverbundes. Als wesentliche Elemente werden neben einem Ausbau des EU-Binnenmarktes immer wieder eine stärkere Zusammenarbeit bei der Verteidigung, ein besserer Schutz der EU-Außengrenzen sowie die finanzielle Unterstützung der Ukraine gefordert. Zudem setzt der beschleunigte Strukturwandel viele Regionen in unterschiedlichen Mitgliedsstaaten unter Druck, sodass eine Stärkung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit sowie regionalpolitische Maßnahmen notwendig sind. Es sollte unmittelbar einleuchten, dass all dies nicht ohne höhere öffentliche Ausgaben auf EU-Ebene gehen wird. Genau dies schien auch die Überlegung der EU-Kommission und ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen zu sein. Deshalb sehen ihre Pläne für den neuen mehrjährigen Finanzrahmen in den sieben Jahren von 2028 bis 2034 einen spürbaren Ausgabenzuwachs für den EU-Haushalt auf insgesamt knapp 2 Billionen Euro vor.
