Christian Lindner forderte 2024, Deutschland müsse »ein wenig mehr Milei und Musk wagen«. Sein damaliger Berater, der Freiburger Ökonom Lars Feld, ging nun noch weiter. Feld verlieh als Vorsitzender des Walter Eucken Instituts zusammen mit dem Forum Ordnungspolitik die diesjährige Walter-Eucken-Medaille an Professor Federico Sturzenegger. Der ist vor allem dafür bekannt, Javier Mileis Kettensägen-Minister zu sein. Sein voller Titel: Minister für »Deregulierung und Transformation des Staates«. Bei der Verleihung der Medaille im Freiburger Konzerthaus wurde der Mann aus Argentinien mit Kettensägen-Pin wie ein Heilsbringer gefeiert.
Doch eigentlich versteht sich der deutsche Ordoliberalismus als Begründer der Sozialen Marktwirtschaft. Der Ökonom Walter Eucken etablierte den Ordoliberalismus in den 1930er Jahren. Der Staat sollte ihm zufolge Ordnungspolitik betreiben, also die Spielregeln für den freien Markt setzen. Dabei sollte immer das große Ganze im Blick behalten und vorausschauend gedacht werden, sodass der freie Wettbewerb nicht von kurzfristigen staatlichen Interventionen gestört wird. Und für legitimes staatliches Eingreifen setzt der Ordoliberalismus die Messlatte relativ hoch.
Bisher erhielten unter anderem die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und der ehemalige CDU-Finanzminister und mittlerweile verstorbene Wolfgang Schäuble die Walter-Eucken-Medaille. Ein Libertärer, dem die ordoliberale Medaille verliehen wird, fällt da auf den ersten Blick ziemlich aus der Reihe. Dennoch wird bei genauerer Betrachtung durchaus ersichtlich, warum die deutschen Ordoliberalen Gefallen an der argentinischen Regierung finden.
