zum Inhalt
Das Wirtschaftsmagazin

Warum das ärmste Land der Welt nicht wächst

Politikwissenschaftler Tim Glawion erklärt, warum Entwicklungsprogramme am Land vorbeigehen und die Subsistenzwirtschaft die Basis sein müsste.

–
5 Minuten Lesedauer
Drei Frauen waschen Kartoffeln in einem großen Becken. Credit: IMAGO/Xinhua
Die in der Zentralafrikanischen Republik verbreitete Subsistenzwirtschaft ist lokal sinnvoll, funktioniert aber nicht in der globalen Ökonomie. Credit: IMAGO/Xinhua

Die Zentralafrikanische Republik (ZAR) ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dr. Tim Glawion glaubt, sie ist sogar das ärmste Land der Welt. Unabhängig lässt sich das kaum sagen. Die ZAR ist nämlich, wie viele andere krisengeplagte, arme Länder, politökonomisch kaum erforscht. Glawion und Co-Autor Marius Crépin Mouguia wollen dem in ihrer Forschung etwas entgegensetzen. Was sich in der Entwicklungszusammenarbeit mit der ZAR ändern muss und welche Schlüsse sich auf vergleichbare Länder übertragen lassen, erklärt Glawion im Interview. 

Verena Müller-Baltes: Herr Glawion, Sie schätzen, dass die Zentralafrikanische Republik das ärmste Land der Welt ist. Während Nachbarländer sich wirtschaftlich entwickeln, bleibt die Zentralafrikanische Republik zurück. Warum?

Tim Glawion: Dazu muss man zunächst sagen, dass viele Länder in Zentral- und Westafrika nur auf den ersten Blick eine positive Entwicklung verzeichnen. Mitunter treibt die Hauptstadt das Wirtschaftswachstum an und es sind große Stadt-Land-Gefälle entstanden. Dennoch stimmt es, dass die Zentralafrikanische Republik eine vergleichsweise schlechte Entwicklung aufweist. Länder werden ja gerankt nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Das ist gerade im unteren Bereich fast immer eine Schätzung. Trotzdem zeigt diese Schätzung, dass das BIP pro Kopf heute in der Zentralafrikanischen Republik so hoch ist wie zu Beginn der Unabhängigkeit. 65 Jahre später! Ein wirklich besorgniserregender Fall. 

Und warum steht das Land im internationalen Vergleich nun so schlecht da?

Jetzt freischalten

Plan wählen
oder