zum Inhalt
Das Wirtschaftsmagazin

DIW kritisiert Kurswechsel bei Energiewende

Eine DIW-Studie kritisiert den gebremsten Ausbau von erneuerbaren Energien. Die Forscher fordern eine klare Strategie – auch für E-Autos und Wärmepumpen.

1 Minute Lesedauer

Laut dem DIW liegt in der Windkraft großes Potenzial. Credit: IMAGO/Jochen Tack

Die von der Bundesregierung angekündigte Neuausrichtung der Energiewende stößt auf Kritik von Wirtschaftsforschern des DIW. »Die Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Energiewende sind so gut wie noch nie. Wir brauchen jetzt einen klaren Kurs anstelle eines Kurswechsels«, erklärte Wolf-Peter Schill vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in einer der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vorliegenden Kurzstudie. Schill ist Leiter des DIW-Forschungsbereichs »Transformation der Energiewirtschaft« und Mitautor der Studie. 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte im September eine stärkere Kostenorientierung beim Umbau des Energiesystems in Richtung Klimaneutralität angekündigt und zehn Maßnahmen vorgeschlagen, darunter die Abschaffung der fixen Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. »Energiepolitische Entscheidungen dürfen keine Fehlinvestitionen oder Überregulierung erzeugen, sondern müssen auf Markt, Technologievielfalt und Innovation setzen«, hatte sie gesagt.

DIW: Ausbau nicht bremsen, sondern an Ausbauzielen festhalten

Laut DIW steht bei der Neuausrichtung der Energiewende im Raum, die Ausbauziele für Windkraft und Photovoltaik zu reduzieren. Eine andere Prioritätensetzung sei jedoch sinnvoll. »Die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie haben sich zuletzt deutlich verbessert, unter anderem durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie gesunkene Kosten der Anlagen«, heißt es in der Studie. »Die Regierung sollte diese guten Rahmenbedingungen nutzen und den Ausbau nicht bremsen, sondern an den bisherigen Ausbauzielen weitgehend festhalten und das Tempo
vor allem bei der Windkraft an Land weiter beschleunigen.«

Ein schnellerer Hochlauf bei Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen sei dringend geboten, um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, so die Studie weiter. »Auch die heimische Erzeugung von Wasserstoff sollte vom aktuell extrem niedrigen
Niveau deutlich hochgefahren werden.« Das Wirtschaftsministerium hatte erklärt, dass die aktuellen Elektrolyseur-Ausbauziele durch flexible Ziele ersetzt werden sollen, die sich an konkreten Projekten auf der Nachfrageseite in Deutschland orientierten.

Forscher fordern Technologieklarheit statt Technologieoffenheit

Die Studienautoren kritisierten eine »von der Regierung immer wieder betonte Präferenz für einen technologieoffenen Ansatz«. Sie sei zum jetzigen Zeitpunkt wenig hilfreich. Vielmehr dürfte eine klare Festlegung auf verfügbare, effiziente Technologien wie Batteriefahrzeuge und Wärmepumpen zielführender sein. »Technologieklarheit wäre hilfreicher als Technologieoffenheit«, so Schill.


Quelle: dpa

Surplus News

#6 – Waffen oder Wohlstand

Die Rüstungsindustrie boomt, während beim Sozialen gekürzt wird. Das ist kein Wirtschaftsmodell der Zukunft.

Zum Magazin